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Melchers kritisiert harten China-Kurs

, Horst von Buttlar

Der Bremer China-Spezialist hält nichts vom Kurswechsel gegenüber chinesischen Investoren. Das Vorgehen bei Aixtron sei unverständlich. 

Die geschäftsführenden Gesellschafter von Melchers Matthias Claussen (l.) und Nicolas Helms beim Interview © Kathrin Spirk
Die geschäftsführenden Gesellschafter von Melchers Matthias Claussen (l.) und Nicolas Helms beim Interview

Das Bremer Handelshaus Melchers, das seit 150 Jahren in China aktiv ist, kritisiert den neuen Gegenwind der Bundesregierung gegenüber chinesischen Investoren. „Für mich ist das unverständlich“, sagte der Geschäftsführende Gesellschafter, Matthias Claussen, Capital (Ausgabe 12/2016). „Es ist doch in Ordnung, dass Chinesen in Europa und Deutschland in Unternehmen investieren.“ Das Klischee, dass Chinesen „nur Know-how absaugen“ sei falsch.

Jahrelang habe Deutschland chinesische Investoren bei ihrer Einkaufstour in Deutschland gewähren lassen. Beim Chipmaschinen-Hersteller Aixtron hatte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel die Übernahme plötzlich untersagt – und dafür Rückendeckung aus der deutschen Industrie erhalten.

Capital-Cover 12/2016
Die neue Capital erscheint am 17. November

Claussen hält es für einen Fehler, dass Deutschland künftig Schlüsseltechnologien definiere und diese vor ausländischen Investoren schütze. Dass im Gegenzug China bei Schlüsseltechnologien so vorgehe, sei Peking bei den WTO-Beitrittsbehandlungen gestattet worden. Der Rest seien „Marktbeschränkungen nach chinesischem Muster“. Beschränkungen, so Claussen gegenüber Capital, seien in China „subkutan, nicht wirklich fassbar. Da fehlt dann ein Stempel, oder es gibt eine Auflage oder der Beamte ist gerade nicht da“.

Die Neuausrichtung Chinas – und das niedrigere Wachstum – sehen die Bremer gelassen. Die deutschen Unternehmen „werden noch nach China verkaufen“, so Claussen, „aber nicht mehr in solchen Massen. Weil die Chinesen diese Industrien selber besetzt haben. Nun schlägt die Stunde der Spezialisten“. Die deutschen Maschinenbauer müssten künftig „tiefer in die Nischen gehen“.

Melchers gilt als einer der führenden Asien-Spezialisten Deutschlands. Die Holding, die 2015 mit rund 1700 Mitarbeitern 600 Mio. Euro umsetzte, agiert zunehmend als Dienstleister für den Mittelstand, um komplexe Lösungen und Services auch über Grenzen hinweg anbieten zu können.

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