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Mein smartes Heim

, Georg Dahm

Wir alle brauchen ständig neue Technik. Georg Dahm lotst uns durch den digitalen Dschungel. Diesmal: Technik fürs vernetzte Heim

Brightup
Brightup-Zentraleinheit und App: Die deutsche Firma will das "einfachste System für intelligentes Licht" anbieten

Georg Dahm ist Journalist und Gründer des Wissenschaftsmagazins „Substanz“


Georg Dahm ist Journalist und Gründer des Wissenschaftsmagazins "Substanz". Für Capital schreibt er die Kolumne "Mein digitales Leben"


Zu den Hauptbeschwerden des Erwachsenen jenseits der dritten Lebensdekade gehört die zunehmende Tanzunwilligkeit seiner Geburtstagspartygäste. Gewiss spielen altersbedingte Faktoren eine Rolle (rheumatoide Beschwerden, berufsbedingte Lobotomie, Babysitter kann nur bis elf), aber das Problem ist meist selbst verschuldet: Diesseits der zwei Promille tanzt niemand vor einer kläglichen Handvoll Leute im weißen Licht der Wohnzimmerlampen.

Schon in der Schule lernte ich die drei Regeln für eine anständige Party: 1. Bude voll. 2. Bier und Buffet bis ultimo. 3. Das Licht muss bunt und trübe sein und flackern. Damals legten mein Bruder und ich für eine Drei-Kanal-Lichtorgel aus dem Conrad-Katalog zusammen und dübelten billige Lampenfassungen mit bunten Glühbirnen an die Hobbykellerwand.

Heute reicht ein Griff zum Smartphone, um den Salon in exzessfördernde Puffbeleuchtung zu tauchen: Die LED-Lampe „Hue“ etwa kann per WLAN auf jede Farbe und jede Helligkeit eingestellt werden; zum System gehören auch Spots und LED-Streifen, die hinter Regale geklebt werden können. Zwar vermarktet Hersteller Philips das System als Design- und Wellness-Werkzeug. Aber ein Blick in den App Store offenbart den Spieltriebwert des Systems: Neben Lichttherapie-Anwendungen findet man allerlei „Hue“-Apps, die Musik in Discolicht umsetzen.

Unter Gimmick-Verdacht

Capital-Cover
Die Kolumne von Georg Dahm erscheint jeden Monat in Capital

Überhaupt steht das meiste, was heute unter dem Werbewort „Smart Home“ angeboten wird, unter Gimmick-Verdacht: vernetzte Steckdosen mit und ohne Dimmer, Bewegungssensoren, Türschlösser, Wetterstationen, Webcams mit Nachtsichtfunktion. Natürlich ist es praktisch, dass ich nicht mehr zu jeder Lampe einzeln gehen muss. Oder dass sich das Licht dimmt, wenn der DVD-Spieler läuft.

Aber ich denke nicht an den Sinn meines Tuns, wenn ich mit Mad-Scientist-Kichern derlei Sperenzchen in mein Lieblings-Gadget einprogrammiere: die Steuereinheit „Homee“ des deutschen Start-ups Codeatelier. Das einfach zu bedienende System bindet die wichtigsten Funkstandards ein, die sich auf dem wuseligen Smart-Home-Markt eingebürgert haben – von ZigBee über das weitverbreitete Z-Wave bis zum profanen WLAN.

Sympathisch: Ich darf auswählen, ob ich „Homee“ per Internet fernsteuern möchte oder lieber ein System ohne Zugriffsmöglichkeit von außen habe. Fast schon ein Anachronismus in der Smart-Home-Welt, in der ich von unterwegs das Bügeleisen ausschalten und den Babysitter überwachen kann. Oh Gott, schon wieder etwas, das vom Tanzen ablenkt.

Kombinieren

Das modulare Steuersystem „Homee“ (ab 129 Euro, hom.ee) bindet die Smart-Home-Gadgets verschiedenster Hersteller ein. Und die Plattform iftt.com koppelt die Gadgets mit Onlinediensten wie Facebook

Leuchten

Mit den dimmbaren „Brightup“- Steckdosen lässt sich jede Lampe per WLAN steuern (249 Euro, brightup.de). Beim „Hue“-System steckt das WLAN in den Glühbirnen in verschiedenen Farben (ab 194 Euro, meethue.com)

Schalten

Belkin

Per App steuerbare Steckdosen gibt es viele. Leicht einzurichten: die Wemo-Serie von Belkin (ab 50 Euro, belkin.com). Manche messen auch den Stromverbrauch, z. B. „Fritz!Dect 200“ (ab 45 Euro, avm.de)

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