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Keine Zinswende vor 2021

, Christian Kirchner

Für Blackrock-Chef-Anlagestratege Turnill sprechen Überkapazitäten und der schwache Bankensektor gegen nachhaltig höhere Zinsen. Europäische Aktien werden "notorisch unterschätzt".

Blackrock-Chef-Anlagestratege Richard Turnill
Blackrock-Chef-Anlagestratege Richard Turnill

Der Chef-Anlagestratege des US-Vermögensverwalters Blackrock, Richard Turnill, rechnet mittelfristig nicht mit höheren Zinsen in der Eurozone. Auf Zinsen von zwei oder drei Prozent „könne man noch sehr lange warten. Über die kommenden fünf Jahre rechne ich allenfalls mit einer Normalisierung hin zu leicht positiven Raten“, sagte Turnill im Capital-Interview (Ausgabe 07/2016, EVT 16. Juni).

Gegen eine Rückkehr zu höheren Zinsen sprächen auch strukturelle Gründe wie etwa Überkapazitäten und ein schwacher Bankensektor. Blackrock ist mit einem verwalteten Vermögen von umgerechnet über 4 Billionen Euro der weltweit größte Vermögensverwalter.

Capital 07/2016
Die neue Capital erscheint am 16. Juni

Laut Turnill sei das derzeitige Anlageumfeld davon gekennzeichnet, dass „die Mitte zwischen den Extremen quasi verschwunden ist“. Investoren hätten die Wahl zwischen Cash oder Staatsanleihen, die Null- oder gar Negativ-Renditen abwerfen, und renditestarken, aber volatilen Anlagen wie Aktien. Die Sicherheit vieler Anlageformen sei indes eine Illusion, warnte Turnill. „Viele sichere Anlageformen wie Staatsanleihen bieten eine Quasi-Garantie nichts zu verdienen, bergen aber Liquiditäts- und Kursänderungsrisiken“, so Turnill.

Optimistisch ist Turnill hingegen für europäische Aktien. „Ich halte Europa für notorisch unterschätzt. Wir mögen in einem Umfeld niedrigen Wachstums sein, aber wir erleben keine Stagnation“, so Turnill. Europäische Aktien seien günstig bewertet und böten attraktive Dividenden. „Sie werden für das Abwarten auf bessere Zeiten bei den Gewinnmargen gut belohnt mit Dividenden“, so Turnill, der mit langfristigen Renditen von sechs bis sieben Prozent für europäische Standardwerte rechnet.

Das vollständige Interview mit Turnill lesen Sie in der Juli-Ausgabe von Capital. Hier können Sie sich ab dem 16. Juni die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.


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