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Junge Elite - Dorothee Bär

, Marina Zapf

Junge Entscheider machen vor, wie Deutschland die digitale Zukunft meistert. Capital stellt einige Führungstalente vor. Diesmal: Dorothee Bär

Dorothee Bär © Mustafah Abdulaziz
Dorothee Bär, Jahrgang 1978

Ihren „Brief aus BÄRlin“ auf der Internetseite erledigen zum Ende jeder Sitzungswoche im Bundestag ihre Mitarbeiter für sie. Auf Facebook und dem Kurznachrichtendienst Twitter ist die CSU-Politikerin aus Franken dagegen selbst aktiv. Früher als andere entdeckte Dorothee Bär die sozialen Netzwerke als ihr Sprachrohr. Das hat sie ihrem Chef, Verkehrsminister Alexander Dobrindt, immer noch voraus.

Communitys schaffen, verstehen, durchdringen, all das sind Aufgaben, die längst auch Politiker meistern müssen, genauso wie die klassische Betreuung des Wahlkreises. Bär sitzt seit 2002 im Bundestag. Seit Ende 2013 ist sie Parlamentarische Staatssekretärin im Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur  - und als solche die jüngste im Bund. Die Internetgemeinde ist ihr ständiger Begleiter. Und ihre Leidenschaft. 

Shitstorms hält sie aus

Junge Elite - in der neuen Capital

Mehr als 20.000 Fans folgen der Abgeordneten auf Twitter. Der Blick in die sozialen Medien und das aktive Twittern (über 17.000 Tweets sind es seit Mai 2010) sind für sie so selbstverständlich „wie atmen“, bekennt sie. „Schnelle Reaktionen machen Politik für mich erleb- und erklärbarer.“ Ist ein Politiker im Netz, muss man nicht erst am Vorzimmerdrachen vorbei, um an ihn ranzukommen.

Lästert sie im Netz gelegentlich über den Länderfinanzausgleich, aus bayrischer Sicht, provoziert sie schon mal einen „Shitstorm“. Doch das ist ihr egal, sie wehrt sich dann halt.

Bär ist bewusst, dass Politiker in Deutschland für ihre digitalen Gehversuche und Projekte oft belächelt und kritisiert werden. Obgleich sie selbst nichts Verwerfliches darin findet, wenn die Kanzlerin das World Wide Web als „Neuland“ tituliert. Im Gegenteil: Wer könne schon von sich behaupten, so einen „Hammer-Hashtag“ erfunden zu haben.

Kann sein, räumt sie immerhin ein, dass die Demokratie hinter der rasanten Entwicklung hinterherhinkt. Aber Parolen wie „Internet kaputt“ – ein Alarmruf ob Datenklau und –missbrauch – sind ihr zu einfach. Wer das schreit, solle erst mal selbst in die Mühlen der Demokratie kommen! Und mit ihnen arbeiten!

erst einmal ein gescheites Breitband

Immerhin gibt es jetzt ein Ministerium, das „digital“ im Namen trägt. Wegen der Digitalisierung aller Lebensbereiche sei sowieso fast jedes einzelne ein Internetministerium, meint sie. Und überhaupt, es passiere mit der „digitalen Agenda“ der Bundesregierung viel mehr, als viele schon wissen. Zumal die NSA-Affäre alles überlagere.

Dass die Leute in ihrem Wahlkreis erst einmal ein gescheites Breitband wollen, das steht für die 36-Jährige in der Debatte dabei ganz oben auf der Aufgabenliste. Und dass die Wirtschaft erst einmal Geld für den Ausbau schnellerer Datenbahnen fordert, bevor sie sich um Cyberkriege und Wirtschaftsspionage sorgt.

Capital „Junge Elite“

Auswahl: Seit 2007 ermittelt Capital jedes Jahr 40 Talente aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft sowie Staat und Gesellschaft. Für den aufwendigen Auswahlprozess befragt die Redaktion Politiker, Spitzenbeamte, Alumni, Berater und Headhunter – und wählt aus den Vorschlägen in einem internen Verfahren die „Top 40“ aus.

Gipfel: Am 3. Juli richtet Capital in Berlin ein Treffen für Nominierte und Alumni aus. Über die Jahre ist ein Netzwerk mit Hunderten Mitgliedern entstanden. Mehr Infos gibt es hier

Die kompletten Listen mit insgesamt 160 Toptalenten finden Sie im Heft am Kiosk oder in unserer iPad-Ausgabe. Hier können Sie sich die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.


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