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Junge Elite - Benjamin Otto

, Marina Zapf

Junge Entscheider machen vor, wie Deutschland die digitale Zukunft meistert. Capital stellt einige Führungstalente vor. Diesmal: Benjamin Otto

Benjamin Otto © Mustafah Abdulaziz
Benjamin Otto

Die Feuertaufe liegt nur wenige Wochen zurück. Das Projekt Collins hat den Online-Fashion-Shop „About You“ gestartet. In Hamburg ist das Flaggschiff des Modeportals vom Stapel gelaufen. Dahinter aber steht noch viel mehr: ein ganzes Ökosystem  aus kuratierten Kollektionen, in das externe Anbieter künftig per App eigene Looks und Labels einstellen können.

Das ist „Open Commerce“, sagt Benjamin Otto. „Jede Generation hat ein Schlagwort. Für unsere Generation ist dies Offenheit. In dem Sinn, dass man seine Geschäftsmodelle komplett öffnet.“  Am Ende steht trotzdem nur ein Warenkorb und nicht Hunderte, das macht die Sache viel einfacher.

Keine Konkurrenz für Zalando

Junge Elite - in der neuen Capital

Zwei Jahre ist es her, da weihte der Otto-Vorstand den Enkel des Versandhausgründers ein in den Plan für eine neue Tochter. Nun erzählt er, 1,95 Meter groß, blass aber entspannt, an einem Besprechungstisch der Zentrale in Eppendorf von seiner Digitalvision. Denn die geht über den reinen Vertrieb hinaus.  Er will mit seinem Start-up nicht den Zalandos und Amazons nacheifern – mit denen das Mutterhaus konkurriert – sondern selbst mit Ideen anführen.

Der Umbau des traditionsschweren Katalogimperiums zum modernen E-Commerce-Unternehmen ist in vollem Gange. Schon jetzt macht die Gruppe mit ihren 123 Töchtern  60 Prozent ihres Umsatzes über digitale Kanäle. Man arbeitet zusammen, aber dennoch startete Collins im sicheren räumlichen Abstand. Es geht um die nächste Dimension.

Die weißen Wände des Empfangsraums sind mit schwarzen Bäumen bemalt, Porträtfotos kleben an den Ästen: Es sind die Köpfe hinter all den neuen Online-Shops, die nun in einer digitalen Holding zusammengefasst sind. Für die jüngere Otto-Zielgruppe zwischen 20 und 39. Sie sucht, glaubt Otto, nach Inspiration und Vorbildern, aber auch nach Mitbestimmung und Teilhabe.

„schnelles Beiboot“ des Otto-Konzerns

Rund 140 Collins-Mitarbeiter feilen an dem neuen Modell, in das ein dreistelliger Millionenbetrag investiert wurde. Die Hälfte der Mitarbeiter sind Entwickler, Mathematiker arbeiten mit Stylisten an einem Rechner. Sie entwickeln Algorithmen, die Stilvorlieben der User erkennen. „Sortierte Inspiration“, nennt Ottos Co-Chef und Mitstreiter Tarek Müller das Prinzip.

Instagram, Pinterest, Facebook, das sind die Vorbilder für den Versandhaus-Erben. Er will „das Beste aus allen Welten“ suchen, um das Geschäftsmodell der Zukunft zu bauen. „In der Denke ist Collins komplett neu, flexibel und frei.“ Es ist für ihn eine Art „schnelles Beiboot“ des Otto-Konzerns. Das zeigt, dass Unternehmen sowohl von innen als auch mit Projekten außerhalb lernen und experimentieren können, um den digitalen Wandel zu meistern.

Capital „Junge Elite“

Auswahl: Seit 2007 ermittelt Capital jedes Jahr 40 Talente aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft sowie Staat und Gesellschaft. Für den aufwendigen Auswahlprozess befragt die Redaktion Politiker, Spitzenbeamte, Alumni, Berater und Headhunter – und wählt aus den Vorschlägen in einem internen Verfahren die „Top 40“ aus.

Gipfel: Am 3. Juli richtet Capital in Berlin ein Treffen für Nominierte und Alumni aus. Über die Jahre ist ein Netzwerk mit Hunderten Mitgliedern entstanden. Mehr Infos gibt es hier

Die kompletten Listen mit insgesamt 160 Toptalenten finden Sie im Heft am Kiosk oder in unserer iPad-Ausgabe. Hier können Sie sich die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.


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