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Jobhopper haben gute Chancen auf Chefposten

, Jenny von Zepelin

Capital-CEO-Report: Immer mehr Vorstandsposten werden mit externen Managern besetzt.

Kasper Rorsted
Kasper Rorstedt kam von Hewlett-Packard zu Henkel und wurde drei Jahre später Vorstandschef - Foto: Getty Images

Rund ein Fünftel der amtierenden Vorstandsvorsitzenden der größten deutschen Konzerne, ist von außen ins Unternehmen geholt worden und nach kurzer Bewährungsphase im Topführungsgremium an dessen Spitze befördert worden. Dies zeigt eine große CEO-Studie der internationalen Personalberatung Russell Reynolds Associates, die den Aufstieg von weltweit über 1000 amtierenden Vorstandsvorsitzenden und deren direkten Vorgängern ausgewertet hat. Capital hat die Daten exklusiv vorab einsehen können und zeigt, wie die Posten verteilt werden (Ausgabe 3/2016).

Das „Modell Zetsche“ hat langsam ausgedient, im Trend liegt die „Rorsted-Methode“, so kann man es kurz umschreiben. Traditionell wird die Verantwortung am liebsten in die Hand so genannter Eigengewächse gelegt. So wie beim Automobilkonzern Daimler: Dieter Zetsche kam nach dem Studium mit 23 Jahren ins Unternehmen, wurde mit 45 Jahren in den Vorstand berufen und acht Jahre später zum CEO ernannt. Den Job macht er nun schon seit zehn Jahren. 73 Prozent der amtierenden Bosse, sind so an die Macht gekommen.

Capital 03/2016
Die neue Capital

Aber solche Kaminkarrieren werden immer seltener. Immer öfter halten Unternehmen Ausschau nach externen Kandidaten und werben vielversprechende Talente ab. Sie bekommen in der Regel die Verantwortung für eines der Vorstandsressorts und können sich ein bis drei Jahre lang in Konkurrenz zu internen Kollegen beweisen, bevor sie den freiwerdenden Chefsessel einnehmen. Der Prototyp für diese strategisch geplante Besetzung ist Kasper Rorsted: Der ehemalige Hewlett-Packard-Manager wurde 2005 in den Vorstand des Konsumgüterkonzerns Henkel berufen, übernahm das Ressort Personal, Einkauf, IT. Drei Jahre später löste der Däne den langjährigen Henkel-Chef Ulrich Lehner auf dem Chefposten ab.

Einfliegen, durchstarten, abheben: zu diesen ursprünglich extern rekrutierten Kronprinzen gehören auch Metro-Chef Olaf Koch oder Fresenius-Chef Ulf Schneider. Russell Reynolds hat diesen Trend weltweit ausgemacht, Deutschland liegt dabei mit einem Anteil von 19 Prozent an der Spitze, gleichauf mit UK. In den USA sind 12 Prozent der Chefposten so besetzt worden.

Erstaunliche Erkenntnis zudem: 74 Prozent der CEOs in den größten US-Konzernen verfügen über keinerlei internationale Expertise. In Europa fehlt jedem dritten CEO eine berufliche Auslandsstation mit Führungsverantwortung im Lebenslauf.

Den ganzen CEO-Report finden Sie in der März-Ausgabe von Capital. Hier können Sie sich die iPad-Ausgabeherunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.


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