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Japaner meiden globalen Wettbewerb

, Georg Fahrion

Carsten Fischer hat es als Deutscher in den Vorstand des japanischen Shiseido-Konzerns geschafft. Bei den Japanern beobachtet er Rückzugstendenzen.

Carsten Fischer © David Maupilé
Shiseido-Manager Carsten Fischee

Das für das Auslandsgeschäft des japanischen Kosmetik-Konzerns Shiseido verantwortliche Vorstandsmitglied, Carsten Fischer, beobachtet mit Sorge eine zunehmende Veränderung in der Mentalität des japanischen Führungsnachwuchses: „Es gibt einen Trend zum Wohlgefühl im eigenen Umkreis. Der Willen, nach draußen zu gehen und im globalen Wettbewerb zu bestehen, nimmt ab“, sagte Fischer im Interview mit Capital.

Capital-Cover
Die neue Capital, am 18. September im Handel

Mit Sorge beobachte er „diese Tendenz des Rückzugs nach innen“. So sei die Zahl der Studenten, die ins Ausland gehen, drastisch zurückgegangen, Absolventen bevorzugten Stellen bei stabilen japanischen Firmen. „Die jungen Japaner insgesamt suchen den bequemeren, den weniger risikobehafteten Weg“, erklärte Fischer.

Fischer, der es als einer der wenigen Manager aus dem Westen in den Vorstand eines japanischen Unternehmens geschafft hat, setzt bei der Umsetzung der unternehmerischen Ziele auf klare Ansagen: „Mit der Direktheit der Deutschen können die Japaner sehr gut umgehen. Als Führungspersönlichkeit, die aus dem Ausland stammt, müssen Sie in Japan ihren eigenen Stil finden. Klare Aussagen wirken vertrauensbildend.“ Vor allem sei es als Top-Manager in Japan wichtig, sich selbst nicht zu sehr in den Mittelpunkt zu stellen. Das sei „nicht besonders förderlich für die Veränderungswilligkeit der Organisation“.

Shiseido ist nach eigenen Angaben Asiens größtes Kosmetikunternehmen und in 89 Ländern vertreten. Keimzelle war Japans erste Apotheke westlichen Stils, gegründet 1872 von Arinobu Fukuhara in Tokio. Die Kombination von moderner Wissenschaft und östlicher Ästhetik prägt die Marke bis heute. Shiseidos Marketingstrategie unterscheidet stark zwischen Ost und West: Während das Unternehmen in Japan auch viele günstige Alltagskosmetikartikel vertreibt, hat sich Shiseido in Europa als Luxusmarke etabliert – das teuerste Produkt auf dem deutschen Markt, eine Nachtcreme, kostet 285 Euro.

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