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Immobilien sind trotz Preisanstieg erschwinglich

, Christian Kirchner

Dank niedrigerer Zinsen ist die Finanzierung von Wohneigentum heute leichter als früher. Nur für Geringverdiener gilt das nicht.

Blick aus einem Rohbau auf ein gegenüberliegendes Gebäude © Johannes Mink
Die Finanzierung einer Eigentumswohnungen in einer Großstadt ist für Gutverdiener möglich

Trotz der deutlich gestiegenen Preise war die Finanzierung einer Eigentumswohnung in deutschen Großstäften in den letzten 40 Jahren noch sie so leicht wie heute. Das geht aus Berechnungen der DZ-Bank im Auftrag von Capital hervor (Ausgabe 08/2016; EVT 21. Juli). Demnach beträgt die jährliche Belastung aus Zins und Tilgung für den Kauf einer neuen, 80 Quadratmeter großen Eigentumswohnung rund 8000 Euro. Für die Miete einer vergleichbaren Wohnung müssten hingegen im Schnitt rund 12.000 Euro aufgewendet werden.

Capital 08/2016
Die neue Capital erscheint am 21. Juli

Die Berechnungen beziehen sich auf den Durchschnitt der 125 größten Städte Deutschlands und unterstellen ein typisches Finanzierungsmodell mit 20 Prozent Eigenkapital sowie zwei Prozent Tilgung. Dazu analysierte und verglich die DZ-Bank die Entwicklung von Mieten, Kaufpreisen und Zinsen seit 1975.

Ein wesentlicher Grund für die hohe Erschwinglichkeit ist das drastisch gesunkene Zinsniveau. In der angenommenen Finanzierung wenden Immobilienkäufer inzwischen pro Jahr mehr für die Tilgung als für Zinsen auf. Trotz der deutlich gestiegenen Kaufpreise sinkt damit die jährliche Belastung. Sie betrug beispielsweise für eine neue 80-Quadratmeter-Wohnung im Jahr 2000 noch mehr als 10.000 Euro und im Jahr 1990 mehr als 12.000 Euro. In der Hochzinsphase Anfang der 80er Jahre lag die jährliche Belastung sogar bei knapp 16.000 Euro.

Doch nicht alle profitieren von der gestiegenen Erschwinglichkeit. Einerseits herrscht am Markt besonders in den Großstädten ein Mangel an verfügbaren Kaufobjekten – andererseits fehlt häufig gerade Geringverdienern das notwendige Eigenkapital für eine Immobilienfinanzierung. Ihre Einkommensentwicklung hat – anders als bei Durchschnitts- und Gutverdienern – in den letzten 15 Jahren nicht mit den gestiegenen Mieten und Kaufpreisen Schritt gehalten. Lediglich etwa ein Drittel der Haushalte verfügt derzeit überhaupt über ein Vermögen von mindestens 50.000 Euro, das nach den jüngsten Preisanstiegen als Untergrenze für das notwendige Eigenkapital für einen Immobilienkauf angesehen werden kann.

Mehr zum Thema lesen Sie in unserer Titelgeschichte „Kann ich mir das noch leisten“ in der neuen Capital. Hier können Sie sich ab dem 21. Juli die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.


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