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10 Risiken und Lösungen für Anleger

, Christian Kirchner

Die Turbulenzen an den Märkten sind zurück. Ist unser Geld noch sicher? Zehn Gefahren für die Kapitalmärkte – und was Anleger tun können.

Ein Aktienhändler an der Wall Street
Händler im Stress: Anfang Juli legten technische Probleme den Handel an der New Yorker Börse für vier Stunden lahm - Foto: Getty Images

Vermutlich lässt sich keine Zeitenwende an den Kapitalmärkten so präzise terminieren wie diese: Am 21. April um 16.17 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit teilte der US-Anleiheguru Bill Gross über den Kurznachrichtendienst Twitter seines Arbeitgebers Janus Capital mit, Bundesanleihen seien „a short of a lifetime“ – also eine Spekulation auf fallende Kurse und steigende Zinsen, wie sie sich nur einmal im Leben böte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen damals: 0,08 Prozent. Die Rendite zwei Monate später: 1,1 Prozent.

Gross hat den Wendepunkt richtig erkannt. In atemberaubendem Tempo vollziehen sich seither Kursveränderungen an den Finanzmärkten – und zwar weltweit. Der Zinsanstieg war der rascheste seit einem Vierteljahrhundert in Deutschland. In China sind derweil die Aktienmärkte außer Kontrolle geraten: Seit Anfang Juni brachen die Kurse an den Börsen in Shenzhen und Shanghai ein, nach einem Plus von 175 Prozent binnen eines Jahres. Die irrlichternden Verhandlungen um die Zukunft Griechenlands führten zu Kapitalverkehrskontrollen in Europa. Griechische Bürger konnten wochenlang nur noch Kleinstbeträge abheben. Auch nach der Einigung mit den Gläubigern, Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket aufzunehmen, bleibt die Unsicherheit: Die Griechen wählen bald ein neues Parlament.

Viele Skeptiker fühlen sich in ihrem Urteil bestätigt: dass etwas furchtbar schiefläuft „da draußen“ an den Finanzmärkten. Dass wir eine Quittung kassieren für Ultraniedrigzinsen, Anleiheaufkäufe, Chinas irres Wachstum und ein seit sechs Jahren aufgeschobenes Griechenland-Problem. Die Quittung für den längsten Bullenmarkt, den die USA je erlebt hat, für aberwitzige Bewertungen von Technologieaktien, die an die letzten Wochen vor dem Platzen der Dotcom-Blase erinnern. Für diese Skeptiker ist es nur eine Frage der Zeit, dass es bald mächtig kracht an den Märkten.

Doch ist die Lage wirklich so brandgefährlich? Wie sicher ist unser Geld noch? Welche Entwicklungen sind relevant, welche zu vernachlässigen? Und was sollten Anleger tun, um Turbulenzen möglichst unbeschadet zu überstehen? Capital analysiert die wichtigsten Bedrohungen und erklärt, was Anleger tun müssen – und was sie lieber sein lassen sollten. 

Risiko Nr. 1 – Chinas Blase? Chinas Chance

Seit Juni haben chinesische Festlandaktien in Shanghai und Shenzhen gut 20 Prozent ihres Wertes verloren – nachdem sich die Kurse zuvor binnen eines Jahres verdoppelt hatten. Den Boom habe Chinas Regierung selbst angeheizt, indem sie Aktienkäufe auf vielerlei Weise erleichtert habe, sagt Baader-Bank-Stratege Robert Halver. Eine florierende Börse, so das Kalkül, sollte zum einen den Konsum steigern helfen und zum anderen das Eigenkapital der Unternehmen stärken. Die Verschuldung chinesischer Firmen beläuft sich auf 170 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dass die Börse trotz Interventionen ins Rutschen geriet, ist für die Pekinger Führung dramatisch: Die beabsichtigten Wohlstands- und Konsumeffekte über steigende Kurse könnten sich nunmehr umkehren – mit negativen Folgen für Wirtschaft und Märkte.

Don’t: Teile des chinesischen Aktienmarkts – etwa Blue Chips in Hongkong und Shanghai – weisen inzwischen wieder günstige Bewertungen auf. In dem politisch getriebenen Markt gilt jedoch die Devise: Nicht mitzocken! Gefährdet sind auch Aktien und Anleihen der exportlastigen europäischen Auto- und Industriekonzerne sowie Papiere von Rohstoffunternehmen. Sie sollte man so lange meiden, bis sich die Lage beruhigt hat.

Do: Chinesische Aktien und Anleihen gehören in jedes diversifizierte Portfolio langfristig orientierter Anleger – nicht zuletzt weil China alles daransetzt, den Yuan zu einer voll konvertiblen Währung mit Aufwertungspotenzial zu machen. Für Geduldige sind Standardwerte und Yuan-Bonds ein Kauf.

Risiko-Faktor: hoch

Risiko Nr. 2 – Biotech: Mehr Party als 1999

Das Platzen der Biotech-Blase zur Jahrtausendwende? Scheint vergessen. Gegenüber dem damaligen Höchststand haben sich die Kurse gemessen am Amex Biotech Index versechsfacht. Die Gewinndynamik hat nicht Schritt gehalten, das Verhältnis des Börsenwerts von US-Biotech-Konzernen zu deren Nettogewinn beträgt rund 150 – bei Gewinnen, die allenfalls um 25 Prozent pro Jahr wachsen dürften.

Don’t: Reiten Sie nicht die Spekulationswelle, die 2014 mit 82 IPOs mehr Neuemissionen hervorbrachte als das letzte Boomjahr. Immerhin: Von der Branche geht keine Gefahr für den Gesamtmarkt aus.

Do:  Setzen Sie etwa über den Indexfonds Stoxx Health Care auf große Pharmawerte wie Roche, Sanofi oder GlaxoSmithKline. Die Unternehmen sind historisch günstig bewertet und bringen mindestens drei Prozent Dividendenrendite.

Risiko-Faktor: gering

[Seitenwechsel]

Risiko Nr. 3 – Griechenland: ewiger Patient

Die Eurozone hat den Grexit vorerst verhindert. Mit dem dritten Hilfspaket in Höhe von knapp 90 Mrd. Euro hat man sich Zeit gekauft. Die größte Gefahr – Ansteckungseffekte auf weitere Euroländer – ist zwar gebannt. Das Kernproblem aber wurde nicht gelöst: Griechenlands Schulden sind nicht tragfähig. Ein Schuldenschnitt wäre besser gewesen. Das Thema Grexit kann jederzeit wieder hochkochen, Prognosen über mehrere Monate sind derzeit kaum möglich, zumal der Krisenstaat auch noch vor Neuwahlen steht.

Don’t: Auch nach dem Deal Mitte Juli auf griechische Anleihen oder Aktien zu setzen ist reines Glücksspiel. Ein Kasino hat ein netteres Ambiente.

Do: Nie war eine Diversifikation über verschiedene Währungen wichtiger als heute. Griechenlands Verbleib im Euro dürfte die Währung belasten, das birgt Chancen für Anlagen in Dollar, Franken oder Yen. Der Grexit als Szenario bleibt – das sorgt für Volatilität, aber nicht mehr für Panik. Das sollten auch Privatanleger beherzigen.

Risiko-Faktor: hoch

Risiko Nr. 4 – US-Zinsen: die größte Gefahr

Griechenland? China? Für Luca Pesarini, Gründer der Fondsboutique Ethenea, spielen sie zurzeit keine Rolle bei der Anlagestrategie: „Dreh- und Angelpunkt für uns ist, was in den USA passiert – wirtschaftlich und in Sachen Zinsen.“ Zuletzt erhöhte die US-Notenbank die Leitzinsen 2006. Bislang galt der September als möglicher Zeitpunkt für einen Zinsschritt. Jakob Tanzmeister, Produktmanager von J.P. Morgan Asset Management erwartet nach den Börsenturbulenzen aber einen Aufschub. Schwache Finanzmärkte, Bewegungen beim US-Dollar, der Ölpreisverfall und die niedrige Inflation sprächen für eine spätere Zinserhöhung.

Prognosen zur Höhe des Leitzinses 2016
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Don’t: Die Prognosen der US-Notenbankmitglieder signalisieren enorme Unsicherheit über die Höhe der Leitzinsen Ende 2016 – sie schwanken zwischen nahe null und drei Prozent. Das heißt: Rasche Zinserhöhungen sind keinesfalls eingepreist. Schwellenländer bieten kurzfristig ein schlechtes Chance-Risiko-Verhältnis; sie gelten als potenzielle Verlierer baldiger Leitzinserhöhungen. Vor allem Russland, Brasilien und die Türkei wären bei einem Anstieg der US-Zinsen und des Dollar gefährdet.

Do: Diversifizieren Sie Ihr Depot mit US-Aktien und -Anleihen. Das höhere Wachstum, die Zinsdifferenz zur Eurozone und der starke Dollar sind Kaufargumente. Klettern die Renditen zehnjähriger US-Bonds über drei Prozent, sollten Sie Risiken reduzieren und Engagements an den Aktienmärkten und in Schwellenländern begrenzen.

Risiko-Faktor: sehr hoch

Risiko Nr. 5 – Tech-Aktien: Uber über alles

Vergleich börsennotierter US-Tech-Aktien mit dem Gesamtmarkt
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Der Fahrdienst Uber wird nach einer Finanzierungsrunde Anfang August mit 51 Mrd. Dollar bewertet – bei Umsätzen von knapp 500 Mio. Dollar und einem Verlust in gleicher Höhe. Der Zimmervermittler Airbnb kommt auf 25 Mrd. Dollar oder das 25-Fache seiner Umsätze. Eine Blase? „Es ist ein ,Winner takes it all‘-Markt“, sagt Didier Saint-Georges, Anlagestratege der französischen Fondsboutique Carmignac. Alle stürzen sich auf die Marktführer. Es sei schwer, die neuen Tech-Firmen fundamental zu bewerten. Ein wichtiger Unterschied zur Dotcom-Ära: Die Unternehmen streben heute zu einem weit späteren Zeitpunkt an die Börse als noch vor 15 Jahren. Firmen wie Uber oder Airbnb sind in der Hand einiger weniger Kapitalgeber.

Don’t: Viele Experten haben das dramatische Wachstum von Internet- und Technologiekonzernen unterschätzt. Die vorbörslichen Bewertungen der meisten der rund 120 „Unicorns“ – Technologiekonzerne mit mindestens 1 Mrd. Dollar Firmenwert – dürften sich wohl nicht halten. Privatanlegern kann das egal sein, ein Scheitern beeinflusst die Märkte kaum.

Do: Viele börsennotierte Technologiekonzerne sind aufgrund der tief sitzenden Skepsis der Anleger so niedrig bewertet, dass sie sich als Substanzwerte qualifizieren, obwohl sie eigentlich rasch wachsen. Google wird mit dem 14-Fachen, Apple mit dem Zehnfachen des jährlichen Cashflows bewertet. Ein so hoher Mittelzufluss dient als Puffer für schlechte Zeiten und schafft Mittel für Zukäufe.

Risiko-Faktor: gering

Risiko Nr. 6 – Anleihen: zurück auf Los

Mehr Anleihen, weniger Händler
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Im Trend sinken Anleihezinsen in den Wirtschaftsräumen USA, Europa und Japan seit über 30 Jahren – zuletzt vor allem aufgrund der Eingriffe der Notenbanken. Das könnte sich ändern, wenn die Inflation anzieht, das Vertrauen in die Solvenz von Staaten schrumpft oder der Anleihehandel zusammenbricht. Skeptiker warnen: Weder Wirtschaft noch Märkte seien auf eine rasche Normalisierung vorbereitet.

Don’t: Anleihen mit sehr langen Laufzeiten von 15 Jahren und mehr sind kaum attraktiv. Dem Bund für 20 statt für zehn Jahre Geld zu leihen bringt lediglich 0,8 Prozentpunkte mehr Rendite. In den USA beträgt die entsprechende Differenz sogar nur 0,4 Prozentpunkte.

Do: Wer einen Zinsschock erwartet, kann allenfalls spekulative Wetten über Optionsscheine eingehen – oder sich gegen Kursverluste absichern.

Risiko-Faktor: hoch

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Risiko Nr. 7 – ETF: das Ende der Unschuld

Der Markt für Indexfonds (ETFs) wächst rasant: In rund 12.000 Produkten stecken knapp 3000 Mrd. Dollar – bei zweistelligen Wachstumsraten. Der Boom interessiert zunehmend auch Regulierer und Notenbanken. Ihr Verdacht: ETFs gaukeln Liquidität vor, selbst wenn die enthaltenen Wertpapiere kaum gehandelt werden, was in Krisen fatal sein kann. Zudem bilden viele ETFs Indizes mit Derivaten sowie teils mehrfachem Hebel ab.

Don’t: Meiden Sie gehebelte ETFs und seien Sie skeptisch angesichts des Innovationswahns der Wettbewerber mit neu geschaffenen Indizes und zugehörigen Fonds. Pro Tag kommen drei bis fünf neue Produkte auf den Markt.

Do: Indexfonds sind sehr gute Anlagevehikel. Setzen Sie auf bekannte Indizes wie Dax, MSCI Emerging Markets oder Stoxx 600, und wählen Sie Anbieter, die den Index physisch abbilden. Hohe Volumina sind ein Qualitätsmerkmal von ETFs, kein Nachteil.

Risiko-Faktor: gering

Risiko Nr. 8 – Liquidität: der Preis der Regulierung

Jede Regulierung fordert ihren Preis. Dass Banken mehr Eigenkapital vorhalten müssen als früher und sich aus dem Eigenhandel zurückgezogen haben, hat weitreichende Folgen: In vielen Märkten ist das Handelsvolumen eingebrochen. Das gilt vor allem für den Anleihemarkt, der gemessen am Börsenwert aller ausstehenden Papiere achtmal größer ist als der Aktienmarkt. Besonders betroffen sind sogenannte Ramschanleihen, aber selbst bei Staatspapieren großer Industrieländer wie Japan oder Spanien gab es in jüngerer Vergangenheit Tage, an denen Händlern zufolge kaum eine Anleihe den Besitzer wechselte. Das birgt – verbunden mit der globalen Jagd nach Renditen – die Gefahr von Kursstürzen. Denn die Erfahrung zeigt: Kommt Panik an den Märkten auf, wollen plötzlich alle durch dieselbe Tür raus.

Don’t: Gehen Sie kritisch mit der Empfehlung um, in der Phase der Niedrigzinsen auf riskante Anlageformen wie Ramschpapiere, Nachranganleihen oder Schwellenländeranleihen zu setzen, um überhaupt noch Zinseinnahmen zu generieren. Stecken Sie nur einen überschaubaren Teil Ihres Vermögens in entsprechende Titel oder Fonds, um im Krisenfall nicht in Verkaufszwänge zu geraten.

Do: Der Mangel an Liquidität eröffnet Kaufchancen – das zeigt die Lehre aus der Krise 2007 bis 2009, als Verbriefungen und Nachranganleihen von Banken verschleudert wurden. Legen Sie fest, wann und in welchem Umfang Sie bei einer Liquiditätskrise zum Beispiel im Anleihemarkt einsteigen könnten (etwa über Fonds). Wer Anleihen bis zur Fälligkeit hält, kann Schwankungen in der Zwischenzeit ignorieren – solange der Schuldner zahlt.

Risiko-Faktor: hoch

Risiko Nr. 9 – Weltwirtschaft: zu optimistisch

Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum 2015
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Übersehen Experten auf der Suche nach Risiken zwischen Peking und Athen das Offensichtlichste? Ja, glauben die Strategen der Société Générale. Das sich verlangsamende Wachstum der Weltwirtschaft sei der sprichwörtliche „Elefant im Raum“. Demnach trügen die jüngsten Kursverluste der Tatsache Rechnung, dass die Gewinne der Firmen weltweit gemessen am Index MSCI World 2015 bestenfalls gleich blieben – und der operative Gewinn von US-Aktien sogar zweistellig fiele. Zugleich nahm auch der IWF seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft für 2015 Mitte Juli zum zweiten Mal zurück auf nur noch 3,3 Prozent. Das Risiko einer Verlangsamung ist auch psychologischer Natur: Die Rahmenbedingungen könnten mit extrem laxer Geldpolitik, niedrigen Zinsen und stark gesunkenem Ölpreis kaum besser sein.

Don’t: So paradox es klingt: Die in der Theorie probaten Anlagen für turbulente Zeiten – Staatsanleihen, aber auch nichtzyklische Aktien der Konsumgüterbranche wie Nestlé, Unilever und Co. – könnten im Falle eines Wirtschaftseinbruchs enttäuschen. Die Bewertungen kaum zyklischer Titel sind hoch. Zudem würde ein starker Abschwung die Solvenz vieler Staaten und Firmen infrage stellen, nachdem die globale Verschuldung seit 2007 um sagenhafte 57.000 Mrd. Dollar gestiegen ist – Tendenz steigend.

Do: Bauen Sie eine Cash-Reserve von mindestens zehn Prozent des Depots auf, um sich zu rüsten – zumal die Volatilität angesichts des immer dünneren Handels zunimmt. Privatanleger haben hier Vorteile: Sie erzielen über Tagesgeldkonten von sicheren Anbietern (auf Einlagensicherung achten) knapp einen Prozent Zins auf hochliquide Einlagen.

Risiko-Faktor: hoch

Risiko Nr. 10 – das Risiko, das keiner kennt

Als der US-Anleiheguru Bill Gross im Frühjahr gefragt wurde, was er aus seinem Rauswurf nach 40 Jahren als Gründer der US-Fondsgesellschaft Pimco gelernt habe, sagte er nur drei Worte: „Watch your back.“ (Pass auf, was hinter deinem Rücken passiert.) Denn die Gefahr lauert immer da, wo man sie nicht vermutet. Am Finanzmarkt ist das nicht anders. Die größten Gefahren gehen auch dort von Ereignissen aus, die überraschen, uns unvorbereitet treffen und wenig wahrscheinlich wirken. „Schwarze Schwäne“ hat sie der US-Buchautor Nassim Taleb genannt. Dazu zählen Naturkatastrophen etwa oder auch eine kriegerische Eskalation im Nahen Osten oder terroristische Attacken. Die gab es schon immer. Doch die Fragilität und Interdependenzen von Weltwirtschaft und Märkten hat mit der Globalisierung eher zu- als abgenommen.

Don’t: Wer die kurzfristigen Risiken auch unwahrscheinlicher Ereignisse nicht tragen will, darf auch keine riskanten Anlagen im Portfolio halten. „Schwarze Schwäne“ sind per se nicht vorhersehbar. Skeptiker tun indes gut daran, sich nicht in falscher Sicherheit in irgendeinem als besonders sicher geltenden Vermögenswert zu wiegen: Auch für Immobilien, Bargeld oder Gold sind immer Szenarien denkbar, die zu hohen Verlusten führen.

Do: Spekulative Naturen können mit „Spielgeld“ auf Extremereignisse setzen (oder sich, je nach Sichtweise, gegen sie versichern) – deren Ursache oder Auslöser kann ihnen schließlich egal sein. Dazu zählt etwa ein Einbruch des Dax um weit mehr als die Hälfte, eine Goldpreisexplosion weit über alte Hochs hinaus oder ein Wertverlust des Yen, dem Schauplatz des geldpolitischen Experiments der „Abenomics“.

Risiko-Faktor: sehr hoch

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