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Hinter Aixtron-Übernahme steht chinesischer Staat

, Georg Fahrion

Exklusive Capital-Recherchen belegen enge Verflechtung zwischen Investoren und Staatsorgangen. China-Experte Sebastian Heilmann warnt die Bundesregierung.

Aixtron Konzernzentrale, Herzogenrath/Aachen © Aixtron

Anders als offizielle Dokumente es nahelegen, steht hinter der geplanten Übernahme des deutschen Spezialanlagenherstellers Aixtron der chinesische Staat. Laut chinesischen Unterlagen, die Capital einsehen und analysieren konnte, soll der Kauf zu erheblichen Teilen aus staatlichen Quellen finanziert werden. Die angestrebte Transaktion entspricht Vorgaben der Regierung in Peking.

Aktivere Rolle der Bundesregierung gefordert

Capital 09/2016
Die neue Capital erscheint am 18. August

Der geplante Aufkauf des Mittelständlers aus Nordrhein-Westfalen könnte damit die Debatte über den Schutz europäischer Hightech-Unternehmen vor Übernahmen durch chinesische Investoren befeuern. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und EU-Kommissar Günther Oettinger hatten sich in den vergangenen Wochen mehrfach gegen die Übernahme des bayerischen Roboterherstellers Kuka durch den chinesischen Konzern Midea ausgesprochen. Anders als etwa in den USA hat die deutsche Politik allerdings nur geringe Einflussmöglichkeiten bei grenzüberschreitenden Übernahmen oder Fusionen.

Erst in der vergangenen Woche hatten Vorstand und Aufsichtsrat des börsennotierten Spezialanlagenherstellers Aixtron ihren Aktionären empfohlen, das Übernahmeangebot aus China anzunehmen. In den offiziellen Angebotsunterlagen wird dabei der Eindruck erweckt, beim kaufinteressierten Investmentfonds Fujian Grand Chip (FGC) spielten ausschließlich private Investoren eine Rolle. Capital-Recherchen zeigen jedoch, dass der Privatinvestor Liu Zhendong, der 51 Prozent an FGC hält, enge Geschäftsbeziehungen zu einer chinesischen Staatsbank unterhält. Die restlichen 49 Prozent von FGC werden laut Aixtron von zwei Privatinvestoren „indirekt kontrolliert“. Wie mit der Transaktion vertraute Kreise berichten, stamme das von ihnen kontrollierte Kapital jedoch mehrheitlich aus einer Kette von Investmentvehikeln, die bei der Regierung der ostchinesischen Stadt Xiamen ende. Der Kapitalgeber habe die beiden Privatinvestoren verpflichtet, in seinem Sinne abzustimmen.

Das Bundeswirtschaftsministerium verfolge die angestrebte Übernahme von Aixtron „aufmerksam“, erklärte ein Sprecher. Zwar begrüße man ausländische Investitionen in Deutschland. Dennoch wolle Gabriel eine Debatte auf EU-Ebene, „wie man dem Trend zu verstärkten Übernahmen“ durch subventionierte und staatliche Unternehmen aus Ländern wie China „begegnen kann“.

Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium unter Garrelt Duin (SPD) erkennt dagegen keine Probleme: „Angesichts der positiven Erfahrungen mit bisherigen Kapitalbeteiligungen staatlicher chinesischer Unternehmen in Nordrhein-Westfalen sind Umstände nicht ersichtlich, die eine kritische Bewertung dieser Transaktion begründen könnten“, sagte ein Sprecher.

Der Direktor des Mercator Institute for China Studies (Merics) in Berlin, Sebastian Heilmann, fordert dagegen eine aktivere Rolle der Bundesregierung. Deutsche Behörden müssten viel intensiver durchleuchten, woher das Geld für derlei Übernahmen stamme und welche Absichten damit verfolgt würden. „Die Berliner Politik muss ihren Instrumentenkasten dringend ausbauen“, sagte Heilmann. „Passivität ist Schwäche. Und die wird von chinesischer Seite konsequent und virtuos genutzt.“

Die ganze Geschichte lesen Sie in der September-Ausgabe von Capital. Hier können Sie sich ab dem 18. August die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.


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