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Hayek und Keynes gehen ins Internet

, Hayek/Keynes

Jahrzehntelang stritten Friedrich August von Hayek und John Maynard Keynes über den Konflikt zwischen Staat und Markt. Diesmal: Was taugt das Internet?

Hayek und Keynes © Jindrich Novotny
Streithähne: Friedrich August von Hayek (l.) und John Maynard Keynes

Ach, lieber Hayek,
was halten Sie eigentlich von diesem Internet? Es ist ja schön, wenn man meine Schriften und Zitate überall leicht auf einem Bildschirm herbeiholen kann. Aber als Kind des 19. Jahrhunderts hänge ich am Papier.
Melancholisch – Ihr John

Sehr geehrter Herr Keynes,
ich dachte immer, Sie hängen vor allem am Papiergeld, das man unbegrenzt bereitstellen soll. Aber was ist denn mit Ihnen los? Ich hätte nie gedacht, dass Sie sich einmal als Ewiggestriger bekennen würden. Nun, ich sehe in diesem Internet einfach einen grandiosen Beweis der menschlichen Schaffenskraft, die sich dann entwickelt, wenn man sie einmal von den Fesseln einer Bürokratie befreit.
Aber woher rührt Ihre Frage?
Ihr F. A. Hayek

Lieber Hayek,
man will unseren gepflegten kleinen Austausch, den wir auf dieser Seite führen, aus dem Heft verbannen! Natürlich soll es weitergehen, es geht ja immer irgendwie weiter in dieser rastlosen Welt. Aber künftig sollen unsere Gespräche ausschließlich „im Netz“ zu lesen sein. Und in dem, was die Menschen soziale Netzwerke nennen, wobei ich nie ganz verstanden habe, was daran sozial sein soll.
Irgendwie neben sich, John

Capital 06/2016
Die aktuelle Capital

Sehr geehrter Herr Keynes,
wo ist das Problem? Wir wechseln die Erscheinungsform und können künftig klarer erkennen, ob es eine Nachfrage nach unserem Dialog gibt. Vielleicht setzen sich ja auch nur meine Beiträge durch. Und wenn nicht, dann verschwinden wir eben. Darf ich zu Ihrem Trost Sie zitieren: „Die Schwierigkeit liegt nicht so sehr in den neuen Gedanken als in der Befreiung von den alten.“
Ihr F. A. Hayek

Aber Hayek,
an unserer Seite hängen doch Arbeitsplätze, sie muss von einem Layouter gestaltet, einem Lektor gelesen und einem Drucker gedruckt werden. Nicht zu reden von dem Papierhersteller, der das Material liefert, und dem Produzenten der Druckertinte. Wenn ich es mir recht überlege, sind wir mit unseren Gesprächen eigentlich ein Multiplikator, der allerorts für Nachfrage sorgt. Im Internet ist unser Effekt auf das BIP gleich null. Man sollte darüber nachdenken, ob solche Debatten im Heft nicht vom Staat gefördert werden sollten.
John Maynard

Sehr geehrter Herr Keynes,
das klingt ja gruselig. Woher wollen Sie wissen, dass im Netz nicht mindestens genauso viele Jobs entstehen? Womöglich solche, deren Namen wir uns erst mühsam erklären lassen müssten. Überlassen Sie alles dem Markt, es wird Gutes entstehen.
Ihr F. A. Hayek

Na ja, Hayek,
schauen wir mal.
Ihr John

Sehr geehrter Herr Keynes,
in the long run we are all net.
Ihr F. A. Hayek

Hayek vs. Keynes erscheint letztmalig in der Capital. Künftig setzen sie ihren Meinungsaustausch auf Capital.de fort. Hier können Sie sich die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.

Weitere Folgem: Wie sinnvoll ist das Helikoptergeld?, Was bedeutet der Brexit? und Was bringt ein Grundeinkommen?

 

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