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"Gold kostet fast nichts"

, Christian Kirchner

Fondsmanager Bert Flossbach warnt im Interview davor, Inflationsgefahren zu unterschätzen. Gold gehört für ihn unbedingt ins Depot.

Bert Flossbach © Jann Höfer
Wo ist sie bloß, die Inflation? Bert Flossbach in seinem Kölner Büro

Bert Flossbach wagte 1998 den Sprung in die Selbstständigkeit mit einer eigenen Vermögensverwaltung. Flaggschiff ist der 10 Mrd. Euro schwere Mischfonds „Multiple Opportunities“ – der seit 2009 kein Verlustjahr verzeichnet hat. Flossbachs Ziel: größtes unabhängiges Fondshaus in Deutschland zu werden.


Der Fondsmanager Bert Flossbach hält es für gefährlich, die Gefahren einer Inflation zu unterschätzen. „Aktienkurse, Immobilienpreise und damit auch Mieten – alles steigt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Güterpreise irgendwann folgen, wächst, auch wenn es kaum möglich ist, den exakten Zeitpunkt vorherzusagen“, warnte Flossbach im Capital-Interview (Ausgabe 10/2016, EVT 15. September).

Wenn es um die Zusammensetzung des Anlage-Depots geht, dann gehört für Flossbach Gold auf jeden Fall dazu. „Wir planen mit rund fünf bis 15 Prozent Gold – als Versicherung gegen systemische Krisen“, erklärte er. „Für die Lagerung von physischem Gold zahlen wir rund 0,1 Prozent pro Jahr. Die Strafzinsen auf Bar-Einlagen liegen höher. Das Argument, dass Gold keine Zinsen abwirft, verkehrt sich plötzlich zum Kaufargument: Es kostet fast nichts!“

Keine Zinserhöhung in den USA

Mit Capital sprach Flossbach auch über das Thema Zinserhöhungen in den USA. „Die US-Notenbank wird die Leitzinsen nicht ohne größere Flurschäden erhöhen können, solange die Kollegen in Europa und Japan eine derart aggressive Geldpolitik betreiben“, ist sich der 55-Jährige sicher.

Dass die Prognosen der US-Notenbank-Gouverneure weitere Zinsschritte vorsehen, spielt für Flossbach keine Rolle. Diese stammten meist von Leuten, deren einziges Vergnügen es sei, auf irgendwelchen Treffen am Wochenende vage Andeutungen über die Zinsentwicklung zu machen und damit den Dollar ein halbes Prozent zu bewegen. „Das einzige Verlässliche an deren Prognosen ist, dass sie stets meilenweit danebenliegen.“

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