• Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Exklusiv

Führungskräfte fühlen sich gestresst

, Timo Pache

Laut einer Umfrage leiden 80 Prozent der leitenden Angestellten unter Stress. Hohe Arbeitsbelastung und Termindruck sind die Hauptgründe.

Manager mit Burn-out © Katrin Binner
Managern fällt es häufig nicht leicht über Stress zu reden

Führungskräfte leiden deutlich mehr unter Stress als alle anderen Berufsgruppen. Das hat die Auswertung einer Stress-Studie der Techniker Krankenkasse ergeben, die Capital exklusiv vorliegt. So bezeichneten sich acht von zehn leitenden Angestellten als gestresst, fast jeder zweite Entscheider fühlte sich abgearbeitet. Als Hauptgründe für ihren Stress gaben sie eine zu hohe Arbeitslast (74 Prozent) und Termindruck (69 Prozent) an.

Capital-Cover
Die neue Capital, ab 20. März im Handel

Der Wirtschaftspsychologe Michael Ziegelmayer vom Berufsverband Deutscher Psychologen sagt, dass Führungskräfte doppelt unter Druck stünden: „Von oben, wo ein Ergebnis gefordert wird, und von unten, wo die Mitarbeiter klare Anleitung verlangen.“ Zudem neigten viele zur „massiven Selbstausbeutung“. Sie schieben Überstunden, opfern ihre Freizeit und manchmal auch die Gesundheit für den Job. Der Stress kann zu Schlafstörungen führen, hohem Blutdruck, Rückenschmerzen, Magenbeschwerden und -geschwüren, Depressionen. Zu einer lähmenden Mischung aus körperlichen und psychischen Leiden, die die Betroffenen zumindest zeitweise arbeitsunfähig macht.

„Dieses Spiel ist ein Scheißspiel“

Der Chef der Techniker Krankenkasse Jens Baas hat in zahlreichen Führungspositionen seine eigenen Erfahrungen mit Stress gemacht. In einem Interview mit Capital rät Baas allen Führungskräftenm, beruflich „nur das zu machen, worauf man Lust hat und was einem Spaß macht“. Dann halte man auch Stress besser aus.

Leider würden zu viele leitende Angestellte ihren Job nur wegen des Geldes und der Status-Symbole machen und darüber ausblenden, dass genau dieses Verhalten einen kaputt macht. „Den Wettbewerb um die längste Yacht und das dickste Auto kannst Du nie gewinnen. Du hast nie die größte Yacht. Dieses Spiel ist ein Scheißspiel“, sagte Baas. Wesentlich sei, so Baas weiter, „den Stress nicht zu tabuisieren“.

„Höhenangst“ heißt die Geschichte über gestresste Manager in der neuen Capital. Wir haben mit Führungskräften gesprochen, die sich mit großem Ehrgeiz in diese Falle hineingearbeitet haben. Sie haben verschiedene Auswege gefunden, manche einfach, manche radikal. Aber von allen kann man etwas lernen über den eigenen Umgang mit Stress.

Hier können Sie sich ab dem 20. Februar die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.


Artikel zum Thema
Autor
  • Exklusiv
EZB will den Fuss vom Gas nehmen

Die EZB könnte im Dezember erstmals über den Ausstieg aus den Anleihekäufen beraten. Ein abruptes Ende ist aber nicht geplant.MEHR

  • Kommentar
Die Deutsche Bank ist zu wichtig

Alle Seiten dementieren mögliche Staatshilfen für die Deutsche Bank. Aber darauf muss man nicht viel geben. Von Timo PacheMEHR

LESERKOMMENTARE

 

Kommentare Einblenden

Datenschutz

Die Kommentarfunktion "Disqus" wird von der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Moderation

Die Kommentare werden von Capital moderiert. Das heißt, Kommentare werden von der Redaktion freigeschaltet. Kritik und auch in der Sache harte Diskussionen sind willkommen, Beleidigungen werden wir dagegen nicht zulassen. Näheres hierzu finden Sie in unserer Netiquette.