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  • Kolumne

Frequent Traveller - Ibiza

, Christian Prommer

Als DJ reist Christian Prommer ständig um die Welt. Seine Arbeit führt ihn an die besten Orte jeder Stadt. Hier verrät er seine Geheimtipps.

El Bigote © Laif
Das kleine Fischrestaurant El Bigote

Es gibt drei Arten von Touristen auf Ibiza. Erstens: Erstbesucher, die den Schock zunächst verarbeiten müssen. Schon am Flughafen brüllen überdimensionierte Werbetafeln mit salutierenden DJs die Line-ups heraus: David Guetta! Sven Väth! Los, ab ins Pacha! Oder in eine der anderen Hedonismus-Kathedralen, denen die Insel ihren Ruf verdankt. 

Christian Prommer © Neda Rajabi
Christian Prommer ist DJ und kommt viel herum

Hier dreht sich wirklich alles um die Party. Man kann dem asymmetrisch frisierten Ausgehvolk kaum aus dem Weg gehen, besonders nicht den ständig verstrahlten Afterhour-Gängern, die stets mit Sonnenbrillen im Gesicht herumeiern, auch im Supermarkt. Die Einheimischen nennen diese Leute bisweilen naserümpfend „die Kreaturen“ – leben aber ganz gut von ihnen.

Die zweite Gruppe sind Menschen, die schon auf Ibiza waren – aber dennoch gestresst sind: weil sie das Überangebot an Stränden, Bars und Märkten kennen. Etwa so: „Wir haben nur noch einen Tag, aber wir müssen noch ins Café del Mar“ (das legendäre Café mit der weltberühmten CD-Sampler-Kollektion). – „Ach was, wir müssen nach Benirrás, an den Strand, da trommeln so Hippies jeden Abend die Sonne ins Meer!“ – „Nein, wir müssen es noch in die berühmte Fischbude nach Talamanca schaffen!“ Manch Ibiza-Reisender kommt erschöpft aus seinem Urlaub.

Es Vedra © Laif
Es Vedra - der mythische Felsen

Die dritte Gruppe aber sind Menschen, die oft auf Ibiza waren und sich nicht mehr stressen lassen. Die das andere Gesicht der Insel lieben: den alten Hippieort San Carlos etwa, wo früher in Anitas Bar das einzige Telefon weit und breit stand und die Hippies ihre Post hinschicken ließen. Die alten Postfächer kann man heute noch bestaunen. Menschen der dritten Kategorie fahren zum Sonnenuntergang auf ein Bergplateau (keine Strandbar! keine Musik!), um dort dem Felsen Es Vedrà vor der Küste zuzusehen, wie er von der roten Sonne in die Dunkelheit getunkt wird: Der Felsen hat es sogar auf das Cover des Albums „Voyager“ von Mike Oldfield geschafft.

Die ungestressten Ibizaurlauber meiden Restaurants mit DJs und Topmodels, sie gehen lieber in Läden wie El Bigote: Dort kann man bei einer Fischerfamilie essen, aber nur um 12 oder um 14 Uhr mittags. Sie kochen in einem riesigen Topf Fisch, und wenn der aufgegessen ist, schütten sie Reis in den Sud – für den zweiten Gang. Zum Ende gibt es pro Tisch ein Stück Pfefferminzkuchen und vier Gabeln, dazu Kaffee mit ibizenkischem Kräuterschnaps. Die Menschen der letzten Kategorie ziehen oft auch gern selbst nach Ibiza. Wo sie dem Partyvolk aus dem Weg gehen können, wissen sie dann ja. 

Adressen

La Paloma
La Paloma

La Paloma
Dinieren unter Orangenbäumen
+34/971/32 55 43
palomaibiza.com

 

El Bigote
Das kleine Fischrestaurant mit dem ­Pfefferminzkuchen, Reservierung ­empfohlen. Cala Mastella (ein winziger Ort, das Restaurant ist ausgeschildert)
+34/650/79 76 33



Space Bar
Space Bar

Space Bar
Kleine Bar mit Big-Room-Club-Vibe
Cale Cipriano Garijo 3
+34/971/80 68 91

 

Es Vedrà
Der mythische Felsen. Den besten
Ausblick gibt es von hier:
38°52‘33.5“ N, 1°13‘40.8“ E

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