• Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Stilfragen

Fragen wir Herrn Luckwaldt

, Siems Luckwaldt

Siems Luckwaldt beantwortet wieder Modefragen. Diesmal geht es um Bärte, Hillary Clinton und Herrendüfte für den Sommer.

Bärte © Jindrich Novotny
Welcher Bart ist bürotauglich?

Siems Luckwaldt ist freier Journalist und Modeblogger. Für Capital beantwortet er jeden Monat Stilfragen für Männer mit Geschmack

„Stil ist gut, aber er muss auch eine Haltung haben“, sagt unser Autor Siems LuckwaldtEr ist freier Journalist und Modeblogger. Für Capital beantwortet er jeden Monat Stilfragen für Männer mit Geschmack


Überall sehe ich Vollbärte. Ist so viel Gesichtsbehaarung wirklich bürotauglich? (Tim D., Berlin)

Mittelfristig erwarte ich ein Revival glatt rasierter Kinn-Wangen-Partien à la „Wall Street“, lieber Tim. Kerlige Plattitüden wie „Mann ohne Bart ist wie Brot ohne Kruste“ laufen sich tot. Wer verfolgt, wie britische Politiker Karriere machen, der sieht, wie jede Hierarchiestufe sie glatter macht. Ein Überbleibsel aus der Thatcher-Ära, denn die „Eiserne Lady“ duldete keine Bärte um sich. Wenn Sie sich dennoch am Bart versuchen wollen und weder Firmenetikette noch Ehefrau dagegensprechen, lassen Sie wachsen.

Die Trends 2015 fallen eher minimalistisch als zauselig aus: Ein Trio aus Henriquatre (ABB. 1, Vollbart gestutzt), Schnäuzer (ABB. 2, sehr akkurat stylen!) und Drei-bis-Zehntagebart (ABB. 3, dosierte „Verwegenheit“ nach Clooney-Art) gibt den Ton an. Alle sauber getrimmt, konturiert und glänzend gepflegt.

Mein Mann ist ein Sonnencreme-Muffel. Mit welchen Argumenten zwinge ich ihn im Urlaub an die Tube? (Philine W., Dortmund)

Sonnenbad © So Min Kang
ABB. 4

Mit Fakten, liebe Philine. Nur etwa 60 Prozent aller Männer beugen vor, Frauen sind mit 80 Prozent Creme-Quote deutlich vorbildlicher. Der Rest spielt – sofern er sich nicht mit spezieller Kleidung schützt – gefährliches Solar-Roulette (ABB. 4). Heute werden viermal so viele bösartige Melanome diagnostiziert wie vor 30 Jahren! Was immer noch zu wenige wissen: Sonnencreme erteilt ihren Benutzern keineswegs Absolution, endlos in der Sonne zu bleiben.

Die SPF-Zahl auf der Flasche gibt lediglich die Zeit vor, die man je nach Hauttyp längstens eingecremt ohne Sonnenbrand unter freiem Himmel verbringen kann. Für (Wasser-)Sportler empfiehlt sich beispielsweise „UV Defense Sport Body SPF 30“ von Biotherm Homme. Das Spray weist lästigen Sand ab, fettet und klebt nicht. In jedem Fall gilt: Bitte regelmäßig nachcremen, Füße, Nacken und die Haut hinter den Ohren nicht vergessen. Und nichts überstürzen, lieber langsam mit dem Bad in der Sonne starten.

Seit zehn Jahren habe ich das gleiche Parfum. Ich will endlich mal was Neues! (Christina S., Hamburg)

Hermès „Le Jardin de Monsieur Li“
ABB. 5

Im Sommer ist diese Frage natürlich sehr einfach zu beantworten, denn jetzt ist die Zeit der Zitrusnoten! Parfumhäuser stürzen sich gerade darauf wie Apple-Jünger auf ein neues iPhone. So auch Hermès mit „Le Jardin de Monsieur Li“ (ABB. 5).

 

 

 

Der Sommer im Büro ist für mich die Hölle. Ich schwitze stark und habe schweißnasse Hände. Wissen Sie Rat? (Gerhard J., Köln)

Antitranspirationslotion
ABB 6

Sehen Sie das Positive daran: immer noch besser als „kalter“ Meeting-Angstschweiß. Mein Tipp für die Sommerhitze: Für die Hände hat die Marke Odaban eine Antitranspirationslotion im Portfolio (ABB. 6, 75 ml, circa 12 Euro, in Apotheken). Die hilft etwa Chirurgen und anderen Handschuhträgern beim Trockenlegen der Handinnenflächen.

Sie haben auch eine Frage? 

Schreiben Sie an:
stilfragen@capital.de

 

 

So was will ich auch haben

Hillary Clinton © Getty Images

Die Frau: Ob als First Lady, Außenministerin oder Wahlkämpferin – Hillary Clinton bleibt ihrem Stil treu. Verlässlichkeit statt Mode-Experimente. Sie selbst bezeichnet sich als „pantsuit aficionado“, als Hosenanzug-Fan. 

 

 

 

 

Crêpe-Blazer von Alexander McQueen

Der Stil: Mit dem Gehrock links griff die 67-Jährige allerdings unnötig in die Oma-Kiste. Mein Tipp stattdessen: dieser deutlich modernere Crêpe-Blazer von Alexander McQueen (1345 Euro, z. B. bei net-a-porter.com).

 

 

 

Dreisatz - diesmal: Männerdüfte für den Sommer

Givenchy

Givenchy

Lässig: Die Interpretation „Gentlemen Only Casual Chic“ fügt den Holzaromen des Klassikers feine Nuancen Kardamom, Ingwer und Wacholder hinzu.

 

 

Jil Sander

Jil Sander

Frisch: Ozean trifft Apfelbaum, könnte der Subtext zu diesem frischen Strandduft „Sun Bath Men“ lauten, der mit Zypresse und Benzoeharz Erdung erhält.

 

 

Aigner

Aigner

Würzig: Mandarine, Minze und Moschus sind nur einige Noten der Komposition „No 1 Platinum“, die sich maritim und mediterran wie Urlaub anfühlen.

 

 


Artikel zum Thema
Autor
  • Stilfragen
Mix aus eleganter Mode und Sportswear

Pierre Costin von Porsche Design empfiehlt eine Businessmode, die jederzeit Meeting-tauglich ist.MEHR

  • Stilfragen
Die Konstruktion eines Anzugs ist alles

Als Vice President von Suitsupply weiß Nish de Gruiter wie der perfekte Business-Look für Mann und Frau aussieht.MEHR

LESERKOMMENTARE

 

Kommentare Einblenden

Datenschutz

Die Kommentarfunktion "Disqus" wird von der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Moderation

Die Kommentare werden von Capital moderiert. Das heißt, Kommentare werden von der Redaktion freigeschaltet. Kritik und auch in der Sache harte Diskussionen sind willkommen, Beleidigungen werden wir dagegen nicht zulassen. Näheres hierzu finden Sie in unserer Netiquette.