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Fragen wir Herrn Luckwaldt

, Siems Luckwaldt

„Stil ist gut, aber er muss auch eine Haltung haben“, sagt unser Autor Siems Luckwaldt. Hier beantwortet er Modefragen

Mode

Siems Luckwaldt ist freier Journalist und Modeblogger. Für Capital beantwortet er jeden Monat Stilfragen für Männer mit GeschmackSiems Luckwaldt ist freier Journalist und Modeblogger. Für Capital beantwortet er jeden Monat Stilfragen für Männer mit Geschmack

 


Thema Gürtel. Wie viele sollte man haben? Und was für welche? (Jürgen S., Lichtenhagen)

© Abb. 1

Der Gürtel führt unter den Accessoires die Existenz eines Mauerblümchens. Das hat er nicht verdient. Daher hier die Top drei für jede Garderobe. Erstens: der Alltagsgürtel. Schwarz oder nachtblau ist er, natürlich aus Leder und mit silberner Schnalle – auf der bitte kein oder nur ein äußerst dezentes Logo prangen sollte (ABB. 1, z. B. von René Lezard oder Aigner). 

© Abb.2

Zweitens: der Tarngürtel. Eine Spielart für besonders modern und schlank geschnittene Anzüge und Kombinationen. Die Schnalle ist dabei im Ton des Leders gefärbt oder bezogen (ABB. 2, z. B. von Jil Sander oder COS).

 

 

© Abb. 3

Drittens: der Westerngürtel. Ob Dallas oder Düsseldorf – auch ohne Cowboyhut macht er zur Jeans eine gute Figur. Die Schnalle kann ruhig aus Silber oder versilbert sein. Aber Vorsicht: Nicht zu groß wählen, sonst kann man damit höchstens zu Karneval als Wrestling-Champion gehen (ABB. 3).

 

Anzüge in Schwarz und Blau habe ich. Brauche ich auch einen grauen? (Martin K., Dortmund)

Absolut! Von wegen Nichtfarbe – keiner Palette entlocken Modedesigner in dieser Saison mehr Vielfalt als den Graunuancen. Entweder lässig weit geschnitten wie bei Paul Smith, knapp und brav bei COS, wollig warm mit extrabreitem Kreuz wie bei Jil Sander oder mal mit Übergang zu Fast-Schwarz bei Emporio Armani. Statt zum Kontrast nur auf Bordeauxpullover oder blaue Hemden zurückzugreifen, ruhig mal mit dünnen V-Neck-Pullis in folgenden Farben experimentieren: Kamelbraun, Koralle, Kobaltblau oder Mintgrün. Als Hemd dann eher Weiß oder ganz helles Blau wählen.

Winter in Hamburg bedeutet: Schneeregen. Wie bleibe ich einigermaßen schick trocken? (Ken W., Hamburg)

© Abb. 4

Es stimmt, sich gegen Schneeregen anzuziehen ist gar nicht so einfach. Viele Nylonjacken sehen so funktional aus, dass man lieber nass wird, als darin einem Bekannten zu begegnen. Für alle, die unbeschirmt unterwegs sind, darum drei wetterfeste Tipps: Für Herren hat die Firma Barbour in ihrer Linie Dept B das Modell Radar im Programm.

Ähnliche Jacken trugen schon britische U-Boot-Besatzungen gegen Nässe und Kälte (circa 600 Euro, etwa bei endclothing.co.uk oder direkt über Barbour). Weniger wuchtig ist die Commuter Trucker Jacket von Levi’s. Die Denimjacke ist wasser- und schmutzabweisend und verbirgt eine Kapuze in ihrem Stehkragen (ABB. 4, circa 200 Euro, levi.com).

Leserinnen dagegen sei wärmstens das Anti-Regen-Arsenal der dänischen Designerin Ilse Jacobsen empfohlen. Sie entwirft Regenjacken und Gummistiefel, die jeden Stiltest bestehen (Mäntel ab circa 130 Euro, Stiefel circa 125 Euro, ilsejacobsen.com).

Halstücher sind mein Lieblingsaccessoire. Haben Sie einen guten Tipp für Nachschub? (Birgit F., Bad Homburg)

© Abb.5

George Jung war ein berüchtigter Kokainhändler der USA. Im Kinofilm „Blow“ spielte ihn Johnny Depp, gewandet im Best-of der modischen Seventies. Kürzlich wurde „Boston George“ nach 20 Jahren aus der Haft entlassen – und ging unter die Designer. Gemeinsam mit der Berliner Modeschöpferin Pearl Jung (nicht verwandt) entwarf er eine Kollektion von Tüchern (ABB. 5) und Tanktops, die sich künstlerisch mit seiner Vergangenheit beschäftigen: erhältlich bei cashmere-pearl.com.

Sie haben auch eine Frage?
Schreiben Sie an:
stilfragen@capital.de

 

 

So was will ich auch haben

Michael Keaton (Foto: Getty Images)

Der Typ Lange her, dass Michael Kea­ton als „Beetlejuice“ durch Tim Burtons Gruselkomödie stolperte. Den Ritterschlag als „Charakterdarsteller“ hat er sich mit seinem Œuvre seitdem längst verdient. Auch modisch.

 

Der Look Als Fan der italienischen Marke Zegna lässt Keaton auch mal maßschneidern (abgebildet ein Design der Couture-Linie, circa 1990 Euro, zegna.com). Schnörkellos. Nur das Victory-Zeichen fällt aus der Rolle.

 

Dreisatz - diesmal: Handschuhe

Vaude

Hergestellt aus Schladminger Loden aus der Steiermark hält dieser Fäustling von Vaude die Hände richtig warm. Und ist schneeballschlachttauglich!
Circa 40 Euro,
vaude.com

 

Otto Kessler

Klassisches Modell in Ferrari-Rot, gefertigt in einer ungarischen Kleinstadt mit 150 Jahren Handschuhmachertradition. Circa 98 Euro,
ottokessler.com

 

Bogner

Der robust-funktionale Skihandschuh Luis von Bogner Sport schützt dank Goretex vor jeder Witterung.
Circa 209 Euro,
bogner.com

Illustrationen: Jindrich Novotny


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