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EZB will den Fuss vom Gas nehmen

, von Timo Pache

Die EZB könnte im Dezember erstmals über den Ausstieg aus den Anleihekäufen beraten. Ein abruptes Ende ist aber nicht geplant.

Mario Draghi © Getty Images
EZB-Präsident Draghi: Eine Normalisierung der Geldpolitik wäre auch ihm recht

Trotz aller Beschwichtigungen der Europäischen Zentralbank (EZB) steigen die Chancen für eine Normalisierung der Geldpolitik. Angesichts der stabilen Konjunktur in der Eurozone und steigender Öl- und Rohstoffpreise könne der EZB-Rat wahrscheinlich im Dezember erstmals über einen langsamen Ausstieg („Tapering“) aus den umstrittenen Anleihekäufen beraten, erfuhr Capital aus Kreisen europäischer Zentralbanker (Ausgabe 11/2016; EVT 20. Oktober). Dabei werde es aber nicht um ein abruptes Ende gehen, sondern eher darum, „den Fuß ein wenig vom Gaspedal zu nehmen“.

Capital 11/2016
Die neue Capital erscheint am 20. Oktober

Seit 2015 kauft die EZB von Banken und Versicherungen Staats- und Unternehmensanleihen sowie verbriefte Wertpapiere, inzwischen im Wert von bis zu 80 Mrd. Euro pro Monat. Das auch „Quantitative Easing“ oder „QE“ genannte Programm läuft offiziell bis mindestens März 2017. Zuletzt hatte die EZB Gerüchte über ein baldiges Ende der Anleihekäufe zurückgewiesen. Allerdings müsse die EZB bis Ende des Jahres, wenn neue Inflationsprognosen vorlägen, ohnehin erklären, wie es mit „QE“ weitergehe, sagten Notenbanker. So sei es beispielsweise möglich, die Käufe 2017 schrittweise zu reduzieren, aber auch über den März hinaus zu verlängern.

Das Programm ist hochumstritten. Obwohl ein kräftiger Aufschwung und ein deutlicher Anstieg der Inflation durch „QE“ ausgeblieben sind, spricht die EZB von einem Erfolg. Banken und Versicherungen beklagen hingegen, das Programm drücke das langfristige Zinsniveau dramatisch und untergrabe so ihre Geschäftsmodelle. Leidtragende sind auch private Anleger, die inzwischen mit herkömmlichen Anlagen praktisch keine Zinsen mehr verdienen.

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