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"Es wird Geld gedruckt, bis die Inflation kommt"

, Christian Kirchner

Der Chef von Allianz Global Investors Andreas Utermann kritisiert das Zaudern der Fed und erwartet keine rasche Zinswende.

AGI-Chef Andreas Utermann © Alexander Coggin
AGI-Chef Andreas Utermann

Andreas Utermann: Der Kosmopolit mit Büros in München, Frankfurt und London hat nach Stationen bei der Deutschen Bank und der US-Bank Merrill Lynch eine Doppelrolle inne: Er ist zugleich Vorstandschef und Chefanlagestratege von Allianz Global Investors. Die Allianz-Tochter verwaltet rund 470 Mrd. Euro für Privatkunden und Institutionen.


Der Vorstandsvorsitzende des Vermögensverwalters Allianz Global Investors (AGI), Andreas Utermann, rechnet nicht mit einer schnellen weltweiten Zinswende. Grund sei die zögerliche Haltung der US-Notenbank Fed: „Die US-Notenbank drückt sich seit Jahren um Zinsschritte. Mal erklärt sie, die Zinsen bei sieben Prozent Arbeitslosenquote zu erhöhen, mal bei sechs, dann heißt es: bei fünf Prozent. Fakt ist: Es wird Geld gedruckt, bis die Inflation kommt, und vielleicht noch darüber hinaus“, sagte Utermann Capital (Ausgabe 11/2016; EVT 20. Oktober).

Capital 11/2016
Die neue Capital erscheint am 20. Oktober

Angesichts der Geldpolitik der Notenbanken würden die Renditen auf viele Geldanlagen weiter extrem niedrig bleiben. „Wenn ich sage, eher null Prozent bei Anleihen und real vier Prozent bei Aktien, dann kommt das unseren Erwartungen nahe. Bei Anleihen ist ja schon mathematisch nicht viel zu holen angesichts der Negativ-Renditen“, sagte Utermann.

Zugleich mahnte er, politische Risiken wie die aufkommenden populistischen Bewegungen in fast allen Industriestaaten ernster zu nehmen. „Wir denken, dass man den politischen Risiken erheblich mehr Aufmerksamkeit widmen muss. Nicht singulären Ereignissen wie den Präsidentschaftswahlen in den USA, dem Brexit-Referendum oder den Notenbankentscheidungen.“ Viele Verbraucher sähen, dass die Infrastruktur verrotte oder dass es ihnen schlechter gehe als vor zehn oder 15 Jahren. Dies führe zu Verdruss und zu extremen Handlungen. „Die Zinsen mögen die Notenbanken gut im Griff haben. Aber hat die Politik diesen Prozess im Griff? Damit umzugehen wird eine Herausforderung für alle sein“, sagte der Allianz-Manager.

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