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Der Anfang eines FDP‑Comebacks

, Christian Schütte

Vor einem Jahr war die Partei überall abgeschrieben. Neue Daten zeigen, dass die FDP einen wichtigen Stimmungsumschwung geschafft hat: Die deutschen Führungsspitzen trauen ihr den Wiederaufstieg zu

FDP © FDP / Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)
Steht die FDP vor einem Comeback?

Es ist nicht so, dass es überhaupt keine guten Nachrichten für die FDP gibt. Es ist nur so, dass die bislang eher Peanuts-Größe haben. Bei den Bürgerschaftswahlen in Hamburg und Bremen schaffte die Partei zuletzt den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde. In Hamburg und Bremen leben aber noch nicht einmal drei Prozent der deutschen Bevölkerung.

In den bundesweiten Umfragen pendelt die FDP immer noch zwischen vier und etwas über fünf Prozent. Das ist nicht besser als im Herbst 2013 als sie erstmals in ihrer Geschichte den Sprung in den Bundestag verpasste.

Womöglich hat die FDP aber dennoch einen sehr wichtigen Schritt zum Wiederaufstieg geschafft: Sie wird von Deutschlands Führungsspitzen wieder mehrheitlich als ein ernstzunehmender Faktor gesehen.

Im aktuellen Elite-Panel, das Capital in Zusammenarbeit mit Allensbach und der FAZ erhoben hat, gehen immerhin 58 Prozent der befragten Top-Entscheider davon aus, "dass der FDP bis zur kommenden Bundestagswahl der Wiederaufstieg gelingt und die FDP in der Bevölkerung deutlich an Rückhalt gewinnt". Unter den Führungsspitzen der Wirtschaft glauben dies sogar 67 Prozent.

Capital-Cover 08/15
Die neue Capital erscheint am 23. Juli

Vor einem Jahr hatte das noch ganz anders ausgesehen: Damals glaubten gerade einmal 17 Prozent an einen Wiederaufstieg. Vier von fünf befragten Top-Entscheidern waren skeptisch.  

Auf eine gewisse Grundsympathie war die FDP zwar auch damals noch gestoßen, rund zwei Drittel der Befragten wünschten sich die Rückkehr der Partei in den Bundestag. Das allein hätte aber für die Fortexistenz nicht gereicht, sagt Allensbach-Chefin Renate Köcher: "Eine kleine Partei braucht nicht nur potenzielle Wähler, sondern es muss die Überzeugung dazu kommen, dass sie es auch ins Parlament schaffen kann."

Nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag schien die FDP zunächst dauerhaft aus dem Rennen, so Köcher: "Was die Partei massiv bedroht hat war die Überzeugung der überwältigenden Mehrheit – in der Bevölkerung wie bei den Führungsspitzen: Die schaffen es nie mehr."  Diese Einschätzung sei inzwischen "völlig gekippt, besonders durch die Erfolge bei den Landtagswahlen."

Die nächste Bewährungsprobe für die FDP kommt im März 2016, wenn in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt neue Landtage gewählt werden. Ein entscheidender Test sind diese Wahlen dann auch für die AfD und die neue Lucke-Gruppierung ALFA. Im aktuellen Elite-Panel, das noch vor der Spaltung durchgeführt wurde, ist die Skepsis gegenüber der AfD überwältigend: 92 Prozent der befragten Führungsspitzen glauben nicht, dass sich die Partei auf Bundesebene dauerhaft etablieren wird.

Das „Capital-FAZ-Elite-Panel“ ist Europas am prominentesten besetzte Führungskräfte-Umfrage. Unter den aktuell 500 befragten Top-Entscheidern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung sind 72 Vorstände aus Konzernen mit mehr als 20.000 Beschäftigten sowie 20 Ministerpräsidenten und Minister und 22 Leiter von Bundesbehörden. 

Weitere Befragungsergebnisse und ein ausführliches Interview mit Renate Köcher ab Donnerstag in der neuen Ausgabe von Capital. Hier können Sie sich ab dem 23. Juli die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.


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