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Das war der Junge-Elite-Gipfel 2014

, Ruth Fend

Einmal im Jahr treffen sich die Top-Nachwuchskräfte aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in Berlin. Diesmal unter dem Motto: „Die Generation der digitalen Entscheider“

Seit 2007 kürt Capital die „Junge Elite“, die „Top 40 unter 40“. Über die Jahre ist ein Netzwerk mit Hunderten Mitgliedern entstanden. In diesem Jahr begrüßte Chefredakteur Horst von Buttlar (r.) Führungstalente, die Deutschland in die digitale Zukunft führen.

Bei Atos hat Robert Shaw die Abschaffung der Email orchestriert. Er weiß: „Ablenkung kommt heute von allen Seiten. Die Leute, die sich dessen bewusst sind und es für sich zu nutzen wissen, werden künftig zur Business-Elite gehören.“

Der CDU-Abgeordnete Thomas Jarzombek diskutiert über das von Ausspäh-Affären ramponierte Netz. Für seine  Arbeit bedeutet Digitalisierung: „Die Zeiten, in denen in Hinterzimmern geheime Absprachen getroffen wurden, die auch geheim blieben, ist vorbei. Heute kommt alles heraus, was herauskommen kann.“

Michael Halbherr hat das Start-up „Gate5“ aufgebaut, das von Nokia übernommen wurde: „Erfolg macht Firmen einfach nicht mehr hungrig. Ist man noch bereit, Risiko einzugehen? Wenn man größer wird, muss man in Fähigkeiten investieren und sich vom Produkt distanzieren. Bei Nokia war man zu produkt­zentriert.“

Gesche Joost, Internetbotschafterin der Bundesregierung, fordert mehr digitale Teilhabe: „Wenn wir über Big Data sprechen, fühlt Otto Normalverbraucher eine Mischung aus Ohnmachtsgefühl und unglaublicher Langeweile.“

Social-Media-Experte Ibrahim Evsan erklärt, wie man im Netz zur Marke wird. Warum das wichtig ist? Evsan: „Der Mensch steht in Social Media im Zentrum und muss deshalb dort perfekt positioniert werden. Google muss sagen, was ich bin, und das tut es noch nicht.“

Hannes Klöpper, Geschäftsführer von iVersity (l.), hat eine digitale Nische gefunden. Seine Plattform ermöglicht es Universitäten, ihre Veranstaltungen ins Netz zu stellen. Er stellt fest: „Hierzulande hört man häufig lieber den Bedenkenträgern zu als Menschen mit innovativen Ideen.“

Das ursprüngliche Geschäftsmodell von Microsoft ist Geschichte. So geht Deutschland-Chef Christian Illek damit um: „Wir zerstören unseren eigenen Profit Pool, indem wir in die Cloud gehen. Wir kannibalisieren uns bewusst selbst.“

Halbherr (l.) und Illek (r.) stellen sich der Diskussion mit der Jungen Elite. Worin sich beide Tech-Manager einig sind: Eine digitalisierte Welt braucht mehr Regeln. Und die Nutzer müssen über ihre Daten freier bestimmen können.

„Welches Innnovationspotenzial sehen Sie in Berlin, wenn man es mit dem Silikon Valley vergleicht?“, möchte Jana Hecker, Nominierte für Junge Elite 2014 und Kapitalmarktexpertin bei der Deutschen Bank, von den Keynote Speakern wissen. ...

...die zunächst ernüchternde Antwort von Illek: „Das Verhältnis vom Silicon Valley oder auch von Tel Aviv zu Berlin ist etwa so wie das Verhältnis der Smartphone-Marktanteile von Android versus Nokia.“ Immerhin sieht er in der Berliner Start-up-Szene ein „brutales Momentum“.

Fußball verbindet – da macht die Junge Elite keine Ausnahme. Gut, dass der Veranstaltungsort nicht nur eine gut sortierte Bar, sondern auch einen Kicker vorweist.


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