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Industrie stützt Gabriels harten China-Kurs

, Georg Fahrion

"Wir brauchen Waffengleichheit": Wirtschaftsvertreter wollen dieselben Rechte in China haben wie die Chinesen in Deutschland.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel bei seinem Besuch in China © dpa
Fünf Tage reiste Sigmar Gabriel Anfang November durch China. Die Gastgeber empfanden seine Auftritte allerdings eher als unfreundlichen Akt

Für seinen schärferen Kurs gegenüber der Volksrepublik China erhält Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel Unterstützung aus der deutschen Wirtschaft. „Wir als deutsche Industrie wollen dieselben Rechte in China haben wie die Chinesen in Deutschland“, betonte Hubert Lienhard, Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, gegenüber Capital (Ausgabe 12/2016; EVT 17. November). „Deutsche Unternehmen beschäftigen in China 1,1 Millionen Arbeitnehmer. Wir haben uns das Recht auf Gleichbehandlung erarbeitet“, so Lienhard weiter.

Capital-Cover 12/2016
Die neue Capital erscheint am 17. November

Ähnlich deutlich wird Stefan Sack, bis Anfang 2016 Vizepräsident der EU-Handelskammer in China (EUCCC). Für ihn „ist es an an der Zeit, Reziprozität zu fordern: Wie du mir, so ich dir. Das heißt im Zweifelsfall auch, Gegenmaßnahmen zu ergreifen“. Sack gegenüber Capital: „Wir brauchen Waffengleichheit.“

Die Aussagen illustrieren einen markanten Stimmungswechsel. Bis vor wenigen Monaten galt China nicht nur als einer der wichtigsten Handelspartner, sondern auch als begehrter Investor. In China dagegen nur unter rigiden Auflagen investieren zu können, nahmen hiesige Unternehmen oft zähneknirschend hin. Kritik, so die Befürchtung, gefährde den Marktzugang. Nicht zuletzt wegen der jüngsten Einkaufstour chinesischer Investoren in Deutschland ist es mit dieser Zurückhaltung aber nun vorbei.

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