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Die Weltrangliste des Carsharing

, Nils Kreimeier

Carsharing boomt weltweit. Capital zeigt die Carsharing-Metropolen und erklärt am Beispiel Berlin wie die Autos genutzt werden.

Carsharing in Stockholm © Nils Kreimeier
Carsharing in Stockholm

Carsharing galt lange als spleenige Idee ökobewegter Europäer. Doch das Internet und der Wettstreit zweier deutscher Unternehmen machen das Konzept eines Autos auf Abruf allmählich zu einem globalen Erfolg. Die beiden Platzhirsche Car2Go – ein Joint Venture von Daimler und Europcar – sowie das von BMW und Sixt betriebene Drivenow haben das Modell vor allem mit einer Idee vorangetrieben: Der Nutzer muss das Auto an keiner Station abholen oder zurückgeben, sondern findet es überall innerhalb eines festgelegten Geschäftsgebiets. Per App.

Die Wachstumsraten der vergangenen Jahre sind beachtlich, die Zahl der Nutzer weltweit ist auf sechs Millionen angewachsen. Während Drivenow nach eigenen Angaben bereits profitabel ist, befindet sich Car2Go noch in der Expansionsphase – gibt noch mehr Geld aus als es einimmt wird. Der nächste Markt, den die Daimler-Tochter erschließen will: China.

Das Berliner Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (Innoz) hat exklusiv für Capital untersucht, wie sich das flexible, also nicht stationsgebundene Carsharing entwickelt. Per Webscraping, also mit Hilfe einer Analyse der im Internet verfügbaren Bewegungsdaten der Fahrzeuge verschiedener Anbieter. Erstmals gibt es nun ein globales Ranking – das zeigt, wo in der Welt Carsharing die besten Perspektiven bietet.

Spitzenreiter bei der Auslastung der Fahrzeuge sind italienische Städte, was nach Ansicht der Experten vor allem einen Grund hat: Im Mietpreis inbegriffen ist auch das Parken auf öffentlichen Parkplätzen. Das aber ist gerade in Italien oft ein Problem.

Angebot schafft Nachfrage

Die Auswertung für deutsche Standorte flexiblen Carsharings in den vergangenen vier Jahren zeigt: Je mehr Autos auf die Straße kommen, desto mehr wird das Angebot auch angenommen. Pro Fahrzeug. Experten rechnen daher damit, dass sich die Fahrzeugflotten in den kommenden Jahren noch stark vergrößern werden.

Ein Auto für die Abreise

Wie eine Heatmap der Berliner Fahrten an einem Samstag im Dezember in Berlin zeigt, ist flexibles Carsharing ein Innenstadt-Phänomen – aber nicht nur. Starke Bewegungen an den Ausfallstraßen und zum Flughafen lassen vermuten, dass die Autos auch zur Heimfahrt von der Arbeit und natürlich im Reiseverkehr eingesetzt werden. Beide großen deutschen Anbieter haben in den vergangenen Jahren ihre Flotten an den deutschen Flughäfen kontinuierlich ausgebaut.

Carsharing-Fahrten in Berlin am 5.12.2015
Carsharing-Fahrten in Berlin am 5.12.2015 (die Stärke der Farbe zeigt, wo am meisten Carsharing-Fahrzeuge unterwegs waren)

Die Auswertung der Buchungen in Berlin macht noch deutlicher, wofür die Autos derzeit am häufigsten eingesetzt werden. Genutzt werden sie auf Abruf bei der Fahrt zur und von der Arbeit. Und zum Partymachen. Ein beliebtes Modell: Hinfahrt mit dem günstigeren Teil-Auto, Rückfahrt nach Bier und Wein mit dem Taxi.

Eine ausführliche Reportage zu der Entwicklung des flexiblen Carsharings in Deutschland lesen Sie in der neuen Capital.

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