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  • Editorial

Die Kraftzentren der Provinz

, von Horst von Buttlar

In der deutschen Provinz verbergen sich erfolgreiche Wirtschaftszentren. Wir haben diese Cluster aufgespürt, zum Beispiel Pforzheim. Von Horst von Buttlar

Horst von Buttlar © Gene Glover
Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar

Die deutsche Provinz ist oft besungen worden, auch und vor allem in der Wirtschaft. Hier, so tönt die alte Weise, arbeite das Kraftzentrum, liege das Rückgrat. Hier, wo Tausende Unternehmen, Mittelständler, Hidden Champions und Weltmarktführer tüfteln, produzieren und das Bruttosozialprodukt steigern, sei die wahre deutsche Wirtschaft zu Hause.

Dieses Bild war stets gleichermaßen Klischee wie pure Wirklichkeit. Und obwohl es oft idealisiert und auf Festtagsreden zu stark bemüht wird, enthält es ein großes, immer noch unerschlossenes und nicht ganz entschlüsseltes Geheimnis.

Grund genug für die Redaktion von Capital, diesen Teil der deutschen DNA aus einer neuen Perspektive unter die Lupe zu nehmen: Nicht über einzelne Weltmarktführer oder Patriarchen wollten wir berichten, nicht über Trends wie die Digitalisierung und wie Mittelständler sie meistern (das machen wir ohnehin).

Was machte die Cluster groß und stark?

Capital 03/2017
Die aktuelle Capital

Wir haben uns ein Geheimnis im Geheimnis herausgesucht: die deutschen Cluster. Die beeindruckende Ansammlung und Zusammenrottung von Unternehmen in bestimmten Regionen, Dörfern oder Tälern, die ganze Branchen oder Produktgattungen dominiert – seien es Messer, Uhren, Mess- und Medizintechnik, Mikroelektronik oder auch Schreibgeräte.

Wie sind diese Cluster entstanden? Was machte sie groß und stark? Wie haben sie sich verändert oder behaupten müssen? Wie wirken sie heute als regionale Inkubatoren? Den Auftakt unserer Serie macht Pforzheim, das einstige Schmuckzentrum des Landes, das sich neu erfinden musste.

Als Reporter war ich selbst oft an solchen Orten, die wir Provinz nennen, war in Orten wie Künzelsau, Schramberg, Suhl, Herzogenaurach, Heiligenhaus. Das Selbstverständnis ist hier ein anderes, und es war immer aufregend, sich diesen Kosmos zu erschließen. Es sind Orte, in denen an den Unternehmenspforten Tafeln stehen, auf denen die Tage ohne Betriebsunfall gezählt werden. In denen in Glasvitrinen Jahrzehnte von Innovationen erzählt werden; in denen Betriebsleiter durch Fertigungsstraßen führen, an denen Männer stehen, deren Leben diese Firma ist.

Auch hier soll nicht verklärt werden, auch hier findet man Fehler, Fehltritte, Insolvenzen. Der nachhaltige Erfolg in den Nischen und Tiefen des Landes aber beruht nicht allein auf Tradition. Sondern auf einer gesunden Paranoia, gepaart mit Eroberungsdrang, die wir heute so oft bei Apple und Google bewundern. Die man aber hier genauso erleben kann.

Kommen Sie mit auf eine ganz neue Entdeckungsreise.

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