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Betriebsrenten belasten Unternehmen

, Miriam Binner

Wirtschaftsprüfer warnen vor steigenden Rückstellungen für Pensionen. Auch die Niedrigzinsen belasten die Firmen.

Modelleisenbahn © Antonios Mitsopoulos
Bis Ende der 80er-Jahre waren Modelleisenbahnen der Knüller. Dann kamen Computerspiele. Heute leiden Hersteller wie Fleischmann unter der Last der guten Zeiten

Hohe Betriebsrentenzusagen an ihre Mitarbeiter und die aktuellen Niedrigzinsen werden für immer mehr Unternehmen zu einer schweren Belastungsprobe. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Instituts der Wirtschaftsprüfer, die Capital vorliegt.

Demnach könnten – unter sonst gleichen Bedingungen – die Gewinne von Unternehmen mit mehr als 50 Mio. Euro Jahresumsatz in 2016 um die Hälfte geringer ausfallen als noch im Jahr 2012. Grund seien vor allem höhere Rückstellungen in den Bilanzen, die die Unternehmen aufgrund der stark gesunkenen Zinsen machen müssten. Für ihre Analyse werteten die Experten die Bilanzdaten von mehr als 70.000 Unternehmen in Deutschland aus.

Capital 10/2015
Capital-Cover 10/15

Die finanziellen Lasten durch Betriebsrenten waren zuletzt durch den Tarifstreit bei der Lufthansa deutlich geworden. Aber auch kleinere Mittelständler sind von dem Problem betroffen. Der Modelleisenbahnhersteller Fleischmann hatte Anfang August wegen hoher Ausgaben für Betriebsrenten sogar Insolvenz angemeldet. Anders als große Konzerne haben Mittelständler ihre Betriebsrentenzusagen meist auch nicht durch Versicherungen oder Kapitalreserven abgesichert.

Etwa 20 Millionen Arbeitnehmer sparen aktuell mit Unterstützung ihres Arbeitgebers fürs Alter, schätzt die Bundesregierung. Genaue Zahlen gibt es nicht. Sozialministerin Andrea Nahles hat den Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge zu einem wichtigen Ziel erklärt. Doch Fälle wie Fleischmann zeigen die Schwachstellen des Systems.

Der Staat förderte das Modell, indem er die Ausgaben für Betriebsrenten von der Steuer befreite. Wer seinen Mitarbeitern eine Zusatzversorgung gönnte, minderte damit seinen steuerpflichtigen Gewinn. Wie  die Chefs das Geld für ihre Mitarbeiter anlegten, war aber ihre Sache. Das ist sogar bis heute so. 

Die ganze Geschichte lesen Sie in der Oktober-Ausgabe von Capital. Hier können Sie sich ab dem 17. September die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.


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