• Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Exklusiv

Banken drohen Rückforderungen

, von Britta Langenberg

Nach einem BGH-Urteil müssen Banken mit Rückforderungen wegen unzulässiger Gebühren bei Firmenkrediten rechnen.

Euro-Münzen © Capital
Das kann teuer werden: Banken haben unzulässige Gebühren erhoben

Wegen unzulässiger Bearbeitungsgebühren bei Firmenkrediten müssen deutsche Banken nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs hohe Rückforderungen von bis zu 3,5 Mrd. Euro fürchten. Wie Capital (Ausgabe 8/2017, EVT 20. Juli) berichtet, errechnete diese Zahl die Berliner Anwaltskanzlei Kälberer & Tittel auf der Grundannahme, dass die unwirksame Gebühr seit 2014 im Durchschnitt nur bei gut der Hälfte aller Firmenkredite erhoben wurde und lediglich ein Prozent betrug.

Capital-Cover 08/2017
Die neue Capital erscheint am 20. Juli

Der Bundesgerichtshof hatte im Juli sogenannte laufzeitunabhängige Bearbeitungsgebühren auch bei Unternehmenskrediten für unzulässig erklärt, weil diese Kunden unangemessen benachteiligten (u. a. Az. XI ZR 562/15). Im Jahr 2015 hatten die Richter die Klausel bereits für Privatkunden gekippt. Bei Firmendarlehen geht es jedoch wie in den aktuellen Fällen oft gleich um Beträge in fünfstelliger Höhe.

„Unternehmer sollten ihr Geld jetzt zügig zurückfordern, spätestens aber bis zum Jahresende“, sagte Dietmar Kälberer, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, gegenüber Capital. Andernfalls könne die Rückforderung von Gebühren, die Unternehmen im Jahr 2014 gezahlt haben, verjährt sein.

FAZIT: Viele Unternehmer und Selbstständige, die die unzulässige Bankgebühr seit Mitte 2014 gezahlt haben, können ihr Geld zurückfordern. Sie müssen notfalls allerdings klagen, denn der kostenlose Banken­Ombudsmann schlichtet nur bei Streitfällen mit Privatleuten.

Die neue Capital erscheint am 20. Juli. Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es bei iTunes, GooglePlay und Amazon


Artikel zum Thema