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Bausparkassen sparen sich Altverträge

, Nadine Oberhuber

Bausparkassen kündigen tausendfach alte Verträge mit hohen Zinsen. Dabei machen sie ordentlich Gewinn, ihre Angebote sind beliebt wie nie

Bausparkasse © Interfoto
Mit dem eigenen Heim und lukrativen Zinsen lockten Bausparkassen einst ihre Kunden. Heute sind die Zinsen niedrig, und die Kassen wollen die alten Kunden mit den hohen Zinsen loswerden

Mit der umstrittenen Kündigung von rund 135.000 höherverzinsten Altverträgen wollen Deutschlands Bausparkassen jährlich über 60 Mio. Euro an Zinszahlungen einsparen. Dies hat der Zinsexperte Max Herbst vom Frankfurter Finanzdienst FMH für Capital überschlägig errechnet. Es geht um gekündigte Altverträge, die seit mehr als zehn Jahren zuteilungsreif sind.

Grundlage der Berechnung war eine durchschnittliche Bausparsumme von 35.000 Euro. Dabei setzte Herbst ein Anlagevolumen aus zuteilungsreifen Hochzinsverträgen von insgesamt etwa 1,89 Mrd. Euro voraus, das im Schnitt mit 3,5 Prozent Guthabenzins bedient werden muss, was einer jährlichen Einsparung von 66 Mio. Euro entspräche.

Capital-Cover

Den von vielen Bausparkassen zur Begründung der Kündigung herangezogenen „Schutz des Bausparkollektivs“ wollen Verbraucherschützer nicht gelten lassen. Es könne wohl kaum sein, dass diese ein bis zwei Prozent der Kunden alle anderen in Bedrängnis bringen. Man dürfe wohl eher annehmen, dass die Kassen nur kündigen, um ihren Gewinn um ein paar Prozentpunkte zu erhöhen.

Der Vorstand der LBS Bayern, Franz Wirnhier, hält gegenüber Capital dagegen. „Der Bausparvertrag ist kein Anlageprodukt zur Rendite-Optimierung. Es geht darum, Menschen Wohneigentum zu ermöglichen.“ Es sei schließlich nicht der Sinn des Bausparens, Anlegern ohne Finanzierungsabsicht zeitlich unbegrenzt Dauervorteile zu ermöglichen. Deshalb werde seine Kasse weiterhin „konsequent Altverträge kündigen, wenn der Zweck des Bausparens nicht mehr verfolgt wird“.

Finanzexperte Herbst hält Kündigungen aus diesem Grund für ein Unding: „Jahrelang haben die Kassen gutes Geld mit diesen Kunden verdient, weil sie deren Einlagen gegen hohe Darlehenszinsen verliehen. Heute sagen sie: Das sind alles Gauner und Schmarotzer, die nutzen das Kollektiv aus.“

Die ganze Geschichte über die Bausparkassen lesen Sie in der neuen Capital, die am 19. Februar in den Handel kommt. Hier können Sie sich die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.


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