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Arbeiten ohne E-Mail

, Horst von Buttlar

Die E-Mail ist unser Leben. Und unser Untergang. Einige Unternehmen denken um – und wollen die Kommunikation im Büro revolutionieren. Das Video zur aktuellen Capital-Titelgeschichte

Wir müssen wieder mehr reden. „Wenn die Leute mit mir sprechen wollen, sollen sie zu mir kommen oder eine SMS schicken“, sagte Thierry Breton, Chef des IT-Dienstleisters Atos. „Die Masse der E-Mails, die wir heute verschicken und erhalten, ist nicht mehr haltbar.“ Breton will die E-Mail als Mittel zur internen Kommunikation verbannen. Und er meint es ernst.

Vor allem aber traf Breton mit seiner Vision einen Nerv unserer Zeit – denn ein CEO, der das Ende der ­E-Mail ausruft, verspricht nicht weniger als eine Art Auszug ins Gelobte Land. Irgendwie, das spüren wohl alle, ist bei der E-Mail seit geraumer Zeit etwas außer Kontrolle geraten. Sie ist unser Leben und unser Untergang. Wir sind ständig erreichbar, aber nicht mehr zu erreichen. Die Mail erleichtert so viel und erschlägt uns gleichzeitig.

Das Problem ist, dass viele gar nicht mehr infrage stellen, warum sie einen Großteil ihres Berufslebens in einer Cc-Zeile verbringen. Während unsere Bürofinger schon vor der Dusche morgens müde über das Display wischen, auf dem noch die fettigen Abdrücke von Mitternacht sind, spüren wir zwar, dass dieser Umgang mit der E-Mail nicht mehr normal ist. Dass sich etwas ändern muss, in einem Leben, in der die Liedzeile „Muss nur noch kurz die Welt retten … noch 148 Mails checken“ von Tim Bendzko wie das Motto unseres verstopften Zeitalters klingt. Aber kaum einer tut was.

Sagenhafte Erfolgsgeschichte

Die aktuelle Capital

Die erste Nachricht von Computer zu Computer wurde 1971 in den USA verschickt. Es dauerte bis 1984, bis die erste E-Mail in Deutschland ankam. Sie enthielt einen Rechtschreibfehler im Betreff – „Wilkommen in CSNET“ – und war für den Fachbereich Informatik der Uni Karlsruhe bestimmt. Richtig populär wurde elektronische Post erst in den späten 90er-Jahren. Mittlerweile werden weltweit je nach Schätzung 180 bis 200 Mrd. Mails am Tag verschickt. Im privaten Bereich nimmt die Nutzung wieder etwas ab. Junge Leute wechseln zu sozialen Netzwerken und Messaging-Apps. Im Business-Bereich geht der E-Mail-Boom trotz vieler Probleme weiter.

Dank Smartphones haben berufliche Mails längst einen festen Platz in unserer Freizeit. Besonders extrem ist das bei Führungskräften. Diese sind zu 90 Prozent für ihr Unternehmen abends erreichbar. Allerdings gibt es hierfür kaum klar definierte Regelungen. 61 Prozent aller ­Geschäftsmails sind aus Sicht der Empfänger unnötig. 

Die vollständige Reportage lesen Sie in der aktuellen Capital. Hier können Sie sich die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.


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