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Arbeite, wo du willst

, Jens Brambusch und Jenny von Zepelin

Ob im Café oder zu Hause: Immer mehr Firmen entdecken die Vorteile des flexiblen Arbeitens. In unserem Video erklären wir, wie das funktioniert

Julia Koplin arbeitet für die Hamburger Schulbehörde an einem Konzept zur Inklusion von Kindern mit besonderem medizinischen und pflegerischen Bedarf. Wo sie das macht – egal! Und deshalb ist sie auf Gran Canaria. Im Surf Office. Einem kleinen Hotel, das neben einigen Zimmern auch Arbeitsplätze bietet und sich rühmt, das schnellste Internet der Insel zu haben. Den Schlaf- und Arbeitsplatz in Kombination gibt es für 300 Euro pro Woche.

Keine Grenzen, kein festes Büro, keine Anwesenheitspflicht, keine festen Zeiten – das Surf Office ist ein schillerndes Beispiel für eine schöne neue Arbeitswelt, die vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre. Zum einen fehlte es bis vor Kurzem an den technischen Voraussetzungen, an jedem Ort der Erde einfach sein Büro aufzustellen. Zum anderen musste in den Köpfen erst die Erkenntnis reifen, dass der beste Arbeitsplatz nicht immer das Zimmer in der Firmenzentrale ist. 230 sogenannte Co­working-Areas wie das Surf Office gibt es allein in Deutschland, etwa 2 500 verteilt um den gesamten Globus. Sie sind das Fundament für die neue Freiheit, die anfangs hauptsächlich von Selbstständigen und Freiberuflern gelebt wurde. Mittlerweile sind die Modelle für flexibles Arbeiten aber auch in den Vorstandsetagen großer Unternehmen angekommen.

Möglicherweise steht die deutsche Wirtschaft vor einem tief greifenden Umbruch. Von einer „historischen Zäsur für die Arbeitswelt, in der ein global vernetzter Informations- und Arbeitsraum entsteht“ spricht Andreas Boes, Arbeitsforscher und Vorstand des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung München (ISF). Die Veränderung ließe sich sogar mit der Entstehung des Taylorismus vergleichen, mit dem Handarbeit industrialisiert wurde und der die Arbeitskultur des 20. Jahrhunderts prägte. Genauso könne nun ein enormer Produktivitätsschub für die Kopfarbeit anstehen.

„Flexibles Arbeiten ist seit zwei, drei Jahren eines der Hauptthemen in der deutschen Wirtschaft“, bestätigt Werner Eichhorst vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA). Und das werde es auch in den nächsten fünf bis zehn Jahren bleiben – schon allein wegen des demoskopischen Wandels. Er prophezeit: „Die alternierende Heimarbeit wird das Modell der Zukunft sein. Ein bis zwei Arbeitstage zu Hause kombiniert mit Kommunikation und Interaktion im Unternehmen.“ 

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Teaserfoto: © Getty Images


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