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App-Anbieter Centralway greift nach Banklizenz

, Meike Schreiber

Konkurrenz für traditionelle Banken: Der Schweizer Investor Centralway, bekannt für seine App Numbrs, beantragt eine eigene Banklizenz.

Martin Saidler © Jan Steins
Martin Saidler ist der Kopf hinter zahlreichen Internetunternehmen, darunter Numbrs, das die gleichnamige Banking-App herstellt. Er steuert seine Holding Centralway aus der Schweiz

Während sich die traditionellen Banken mit den europaweiten Stresstests abmühen, rüstet die digitale Konkurrenz auf. So strebt der Schweizer Investor Centralway, der im deutschen Fernsehen aggressiv für seine Kontoführungs-App „Numbrs“ wirbt, nun sogar eine eigene Banklizenz an. „Wir werden eine europäische Banklizenz beantragen und voll reguliert sein“, sagte Centralway-Gründer Martin Saidler Capital (Ausgabe 9/2014, EVT 21. August). Centralway wolle sich nunmehr voll auf das Mobile Banking konzentrieren und Kunden über Apps auf die für sie beste Benutzeroberfläche lotsen.

Eigene Bankprodukte will der Investor dagegen nicht anbieten. „Das Bankgeschäft teilt sich künftig auf in Anbieter wie Centralway, die Kundenbeziehungen managen, und die Banken, die abwickeln. Wir sehen die Banken eher in einer Rolle wie die Stromkonzerne, die die Grundversorgung sicherstellen“, sagte Saidler weiter gegenüber Capital.

Centralway expandiert weiter

Mit Numbrs können Nutzer ihre Konten über eine einzige Smartphone-App verwalten und zum Beispiel Einnahmen und Ausgaben analysieren oder Geld überweisen. Neben Centralway machen derzeit hunderte digitale Angreifer herkömmlichen Banken das Leben schwer, indem sie sich erfolgreich auf bestimmte Nischen der Wertschöpfungskette konzentrieren. „Das Bankgeschäft läuft künftig fast komplett über Apps, zum Beispiel über Videoberatung. Marktteilnehmern, die sich nicht darauf einstellen, könnte es bald so ergehen wie Nokia: 2007 kam das iPhone, 2013 war Nokia am Ende“, so Saidler.

Auch technologisch will Centralway weiter expandieren. So ist die Gesellschaft nach Informationen von Capital Mitte August als größter Einzelaktionär bei B+S Banksysteme eingestiegen, einem an der Frankfurter Börse notierten Anbieter von Bank-Software. Ziel der bereits seit April 2014 bestehenden Zusammenarbeit ist es, cloud-basierte Banking-Angebote für Privatkunden zu entwickeln.

Lesen Sie in der nächsten Capital-Ausgabe unsere Titelgeschichte über den Umbruch im Bankensektor. Das neue Heft kommt am 21. August in den Handel. Hier können Sie sich die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.  


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