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Anlagebetrüger haben nichts zu befürchten

, Timo Pache, Britta Langenberg

Anlegeranwalt Dietmar Kälberer warnt vor einer ganz neuen Komplexität des Betrügens. Exklusives Interview im neuen Sonderheft Capital History

Der Berliner Anwalt Dietmar Kälberer
Der Berliner Anwalt Dietmar Kälberer

Anlagebetrüger haben in Deutschland kaum etwas zu befürchten. Dies bestätigte der bekannte Berliner Anlegerschutzanwalt Dietmar Kälberer im Interview mit Capital History, dem neuen Sonderheft von Capital zu den großen Betrugsfällen der Wirtschaftsgeschichte. „Einem gut gemachten Anlagebetrug passiert bei uns nichts“, sagte Kälberer und ergänzt, „strafrechtlich ist das mit dem Betrug ohnehin eine komplizierte Sache. Denn streng genommen müssen sie für den Betrug die Absicht nachweisen, dass jemand andere Leute schädigen wollte. Und dieser Nachweis ist fast immer unmöglich.“ Deshalb könne man in 99 Prozent der Fälle auch nicht von Betrug sprechen. „Moralisch sind die meisten Leute, gegen die ich vor Gericht gehe, für mich allerdings Betrüger“, erläutert Kälberer.

Capital History
Die Capital History liegt am Kiosk

Kälberer beklagt beim Anlagegeschäft „eine neue Komplexität des Betrügens“. „Wer das clever macht, viele Firmen dazwischenschaltet und das Geld am besten noch ins Ausland schafft , der wird wahrscheinlich straffrei damit durchkommen“. Die Opfer hätten letztlich kaum eine Chance, ihr Geld jemals wiederzusehen. Den Vorwurf der Naivität oder Gier könne man den wenigsten geschädigten Anlegern machen. Häufig seien es große renommierte Adressen, die ein total seriös angelegtes Projekt verkaufen, dessen Risiken aber von außen nicht zu sehen seien.

Für den Berliner Anwalt, der einer der erfolgreichsten Anlegerschutzanwälte in Deutschland ist, liegt das Kernproblem darin, dass bei langlaufenden Produkten vor allem der Altersvorsorge oder im Immobiliensektor der Betrug vielfach erst bemerkt wird, wenn es zu spät ist. „Eine Verjährungsfrist von gerade mal zehn Jahren, wie sie bei uns in Deutschland gilt, ist geradezu ein Freibrief für unseriöse Anbieter“, kritisiert er den bestehenden Rechtsrahmen für diese Geschäfte.

Das ganze Interview lesen Sie in der Sonder-Ausgabe Capital History. Hier können Sie sich ab dem 27. Oktober die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.


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