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Alstom - "eine industrielle Tragödie"

, Leo Klimm

Die einstigen Topmanager Daniel Goeudevert und Edzard Reuter kritisieren die Übernahme durch General Electric. Hat Europa die Chance auf einen Champion in der Energietechnik vertan?

Das Scheitern der Alstom-Übernahme durch Siemens ist „ein industrielles Trauerspiel für ganz Europa“. Diese Meinung vertreten die zwei ehemaligen Top-Manager Daniel Goeudevert und Edzard Reuter im Interview mit Capital. „Siemens und Alstom haben eine historische Chance verpasst. Es ist eine industrielle Tragödie, die allein auf den Widerstand eines einzelnen Mannes zurückzuführen ist: den von Alstom-Chef Patrick Kron“, urteilt Goeudevert, der bis 1993 Vorstand bei VW war. Dabei hätte Europa „gerade in der Energietechnik einen Champion gebraucht“.

© Simon Habegger

Reuter geht es vor allem darum, dass wir „Champions und Standorte in Europa erhalten, die sich im Wettbewerb behaupten“. Das könne man nicht allein Konzernkapitänen überlassen, die vor allem den Wünschen der globalen Investoren folgen. „Die Politik in Europa muss strategische Entscheidungen fällen. Ohne aktive Politik gäbe es kein Airbus“, sagte der ehemalige Daimler-Benz-Konzernchef. Und konkret auf den Fall Alstom bezogen: „Merkel und Hollande hätten zumindest eine klare Meinung äußern können. Das hätte schon Gewicht gehabt.“

Industriepolitsche Versäumnisse sieht auch Goeudevert. „Europa braucht einen Plan. Aber es hat keinen Plan. Ich plädiere seit Langem für ein EU-Industrieministerium, das in solchen strategischen Fragen koordiniert“, sagte der Franzose zu ‚Capital‘. Es gehe darum, dass Europa in einer neu strukturierten Weltwirtschaft eine Rolle spielt.

Das vollständige Interviewmit Reuter und Goeudevert finden Sie in der neuen Capital. Hier können Sie sich die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten. 


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