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Zu Gast in Adi Dasslers Wohnzimmer

, von Thomas Steinmann

In der Privatvilla des Adidas-Gründers wurden wichtige Entscheidungen für das Unternehmen getroffen, weltberühmte Sportler gingen ein und aus. Capital zeigt exklusive Fotos, wie es in Dasslers Haus heute aussieht

27 Jahre – so lange waren Horst und Klaus Bente, die ältesten Enkel von Adi Dassler, nicht mehr im Haus ihres berühmten Großvaters. Damals, im Sommer 1990, mussten die Erben des Adidas-Gründers das Familienunternehmen verkaufen. Adidas stand vor dem Bankrott. Anschließend zog sich der Dassler-Clan aus der Öffentlichkeit zurück – auch die Familie von Dasslers ältester Tochter Inge Bente, die heute auf den Bahamas lebt. Nun tauchen ihre Söhne wieder auf und verfolgen große Pläne – unter anderem mit einem Accelerator für Sport-Start-ups, der im Herbst in Berlin startet.

Capital hat die Dassler-Enkel und ihr Projekt für die aktuelle Ausgabe über ein Jahr lang begleitet – auch bei einem Besuch in ihrer alten Heimat Herzogenaurach und der Privatvilla ihres Großvaters. Die Bilder geben exklusive Einblicke, wie es in dem Haus eines der berühmtesten deutschen Unternehmer heute aussieht

Das Haus, in dem Adi Dassler und seine Familie gewohnt haben, steht auf dem alten Firmengelände von Adidas im Süden von Herzogenaurach. Von der Dassler-Villa sind es nur ein paar Meter in das Firmengebäude, in dem in Dasslers Zeiten Schuhe produziert wurden. Heute befindet sich dort unter anderem die Kantine.

Klaus (r.) und Horst Bente vor der Tür der Dassler-Villa: In ihrer Kinder- und Jugendzeit gehörte das Haus ihrer Großeltern praktisch zum Unternehmen. In der Familienvilla oder auf der Terrasse fanden häufig auch Besprechungen, Vorstellungsgespräche oder Treffen mit Geschäftspartnern statt.

Die Küche sieht noch aus wie in Adi Dasslers Zeiten. Damals kamen oft weltberühmtem Sportler zu Besuch in die Villa: Franz Beckenbauer, Wolfgang Overath, Uwe Seeler, der Tennisspieler Wilhelm Bungert – sie alle waren Freunde der Familie. Auch die Box-Legende Muhammad Ali war einmal zu Gast.

Regelmäßig wurden in der Dassler-Villa Bundesliga-Teams bekocht. Wenn Vereine, die von Adidas ausgerüstet wurden, beim 1. FC Nürnberg spielten, machten sie einen Stopp in Herzogenaurach. Gegessen wurde im sogenannten Bundesliga-Zimmer, einem großen Raum mit langem Esstisch.

Heute nutzt Adidas das Wohnhaus des Firmengründers in erster Linie als Fitnessstudio für die Mitarbeiter am alten Firmenstandort. Im Flur zwischen Haustür und Wohnzimmer steht eine Tischtennisplatte. Das ehemalige Innenschwimmbad ist heute ein Gym mit mehreren Geräten.

Auch im früheren Wohnzimmer machen Adidas-Mitarbeiter heute Sport. Der Raum wird als Cross-Fit-Gym genutzt. Als der Adidas-Clan hier früher an Weihnachten zusammenkam, hatten es Dasslers Kinder nicht weit: Sein Sohn und die vier Töchter hatten auf dem Firmengelände ihre eigenen Häuser.

Bis vor vier Jahren saßen in den beiden oberen Stockwerken der Villa Mitarbeiter aus der Personalabteilung von Adidas. Neben den Türen zu den verlassenen Räumen hängen noch Schilder wie „Group Development & Training“. Die Mitarbeiter sitzen heute in der neuen Konzernzentrale „World of Sports“.

Die Dassler-Enkel Klaus (r.) und Horst Bente im früheren Schlafzimmer ihres Großvaters: Als Teenager haben sie hier häufig Sport im Fernsehen geschaut – auch US-Sportarten wie Basketball und Football, die es seinerzeit kaum zu sehen gab. Das US-TV-Programm bekam Dassler über eine US-Militärbasis in der Nähe.

Seinen alten Standort mitsamt der Dassler-Villa hat Adidas bereits vor einigen Jahren verkauft und anschließend zurückgemietet, um die Bilanz zu entlasten. Bis 2019 sollen die 1050 Mitarbeiter, die hier noch sitzen, in die „World of Sports“ umziehen. Dann wird der Stammsitz am Adi-Dassler-Platz Geschichte sein.

Die ganze Geschichte über die Dassler-Enkel und ihre Projekte lesen Sie in der April-Ausgabe der Capital.Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es bei iTunes, GooglePlay und Amazon


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