09.07.2010
Porsche Cayenne Diesel 2010
Porsche Cayenne Diesel 2010
Foto: pressinform

Fahrbericht

Porsche Cayenne Diesel - Zuffenhausener Dickschiff

Nach Hybrid, Turbo und S-Modell schiebt Porsche nun die Einstiegsversionen des Cayenne als Sechszylinder nach. Der Dieselmotor bleibt der gleiche wie bisher, die neue Achtgang-Automatik aber ist ein großer Komfortgewinn.

Porsche bekennt sich zum Selbstzünder: Ein hübsch verschnörkelter Diesel-Schriftzug ziert die Flanke des Cayenne. Beim Vorgängermodell fehlte das noch, so als wolle man nicht nach außen tragen, welcher Motor da unter der Haube seinen Dienst verrichtet.

Dabei sind Cayenne-Fahrer offenbar höchst dankbar dafür, dass die Segnungen des Rudolf Diesel Jahrzehnte nach den berühmten Porsche-Traktoren auch ihrem Lieblings-SUV zugutekamen. 72 Prozent aller Cayenne-Käufer in Europa entscheiden sich schon für den Selbstzünder. In Ländern wie Frankreich unterschreitet der Wagen beim Verbrauch auch eine wichtige Schwelle, um hohe Strafsteuern bei der Zulassung zu umgehen.

Nach wie vor sitzt der drei Liter große V6 mit 240 PS (176 kW) unter der Haube, der auch im Touareg zum Einsatz kommt. Beim Sound kann der Sechszylinder-Diesel natürlich nicht mit einem Cayenne Turbo mithalten, doch wenn man vollen Schub gibt, ist der Motor mit seinen üppigen 550 Newtonmetern Drehmoment ganz in seinem Element.

 
Porsche Cayenne Diesel 2010

In 7,8 Sekunden rennt der Geländewagen von 0 auf Tempo 100, für den Zwischenspurt auf der Landstraße (80 bis 120 Stundenkilometer in 5,3 Sekunden) bleibt auch genügend Power übrig. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 218 Stundenkilometern. Den Durchschnittsverbrauch des 2,1 Tonnen schweren Wagens gibt Porsche mit 7,4 Litern Diesel pro 100 Kilometer an. Das sind 0,4 Liter weniger als beim Touareg 3.0 TDI und genauso viel wie beim BMW X5 xDrive 30d.

Anfahrtsschwäche des Vorgängers ist vergessen

Neu an Bord ist die serienmäßige Achtgangautomatik Tiptronic S, die durch ihre kurzen Reaktionszeiten die Kraft des V6-Motors nicht verhungern lässt und mit butterweichen Schaltübergängen ein idealer Begleiter für entspannte Autobahnreisen ist. Die spürbare Anfahrtsschwäche des Vorgängers mit Sechsgangautomat ist damit vergessen.

Das Getriebe ist mit einer Start-Stopp-Automatik kombiniert, die kurz nach dem Halt an der Ampel oder im Stau den Motor automatisch abstellt. Auch das funktioniert reibungslos und fast unmerklich. Die Start-Stopp-Automatik trägt ihren Part zum vergleichsweise günstigen Verbrauch des schweren SUVs bei, ihren Vorteil kann sie aber nur im Stadtverkehr ausspielen.

 
Porsche Cayenne Diesel 2010

Auch wenn sich der Cayenne die Technik mit dem Touareg teilt, versprüht er vor allem im Interieur mehr Hightech-Atmosphäre. Die Flut an Schaltern und Hebeln auf der Mittelkonsole muss man allerdings erst durchschauen. Das Platzangebot des Allradlers ist auf allen Sitzen üppig, der Kofferraum mit 670 bis maximal 1780 Litern ebenfalls. Serienmäßig sind beim Diesel-Cayenne unter anderem CD-Radio, Tempomat, Klimaautomatik, Teilledersitze und Nebelscheinwerfer an Bord.

Die Aufpreisliste ist wie bei Porsche üblich ellenlang und wird von vierstelligen Zahlen dominiert. Die Bi-Xenonscheinwerfer mit Reinigungsanlage und Kurvenlichtfunktion kosten 1713 Euro extra, Keyless Go (schlüssellose Fahrzeugnutzung dank Annäherungssensor) 1094 Euro, die Rückfahrkamera mit Parksensoren 1535 Euro - wenigstens Parksensoren sollten bei dem Dickschiff aus Zuffenhausen eigentlich serienmäßig an Bord sein. Für die Luftfederung mit Niveauregulierung, die den Fahrkomfort enorm erhöht, muss man 3498 Euro einplanen.

Der Cayenne Diesel kostet 59.596 Euro. Auch preislich ist noch Luft nach unten - wenn man sich für das Basismodell mit V6-Benziner entscheidet (ab 55.431 Euro). Mit 300 PS (220 kW) und einer Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 in 7,5 Sekunden ist der vierradgetriebene Porsche bereits flott motorisiert und mit einem Durchschnittsverbrauch von 11,2 Litern pro 100 Kilometer (Tiptronic S: 9,9 Liter) relativ genügsam.


© 2010 ftd

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Quelle: FMH-Finanzberatung
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