05.02.2010
Volkswagen Golf R
Volkswagen Golf R
Foto: pressinform

Fahrbericht

Volkswagen Golf R - agiler Brüller

Das muss ein böser Wolf sein: Mit grollendem Motorsound und einer aggressiven Rückseite markiert der stärkste Golf aller Zeiten sein Revier. Mit Allrad bringt er seine Kraft auf die Piste - auch in schwierigem Terrain, zeigt der Test.

"Jetzt ein bisschen mit dem Gaspedal spielen", ermuntert Rennsport-Legende Hans-Joachim Stuck auf dem Beifahrersitz. Der Golf R rast auf der spiegelglatten Eispiste entlang und beweist, was er kann: Driften, driften, driften.

Mit gezieltem Gaseinsatz und schnellem Gegenlenken kann man den 270 PS starken R buchstäblich quer übers Eis scheuchen. Zugegeben - ohne die kleinen Spikes an den Reifen ginge das nicht in diesem Affenzahn. Denn selbst High-Tech-Allrader müssen sich auf blankem Eis irgendwann den Gesetzen der Physik beugen.

Doch auch mit normalen Winterreifen fängt beim Golf der Spaß dort an, wo er für Fronttriebler aufhört. Ob Asphalt, Schotter, festgefahrene Schneedecke oder rutschiger Schneematsch - der R ist so trittsicher wie eine Gämse in den Alpen.

Flexible Kraftverteilung an der Hinterachse

Im Extremfall können 100 Prozent des Drehmoments an die Hinterachse abgegeben werden. Beim überarbeiteten Allrad-System bedarf es nämlich keiner Drehzahlunterschiede zwischen Vorder- und Hinterachse mehr, um die Allradkupplung zu aktivieren.

Dass der neue R mit vier statt wie der Vorgänger R32 mit sechs Zylindern auskommen muss, hat einen entscheidenden Vorteil: Der Spritdurst ist merklich kleiner geworden. 8,5 Liter pro 100 Kilometer lautet der offizielle Durchschnittswert des R. In der Praxis sind bei gemütlicher Fahrweise laut Bordcomputer immerhin Werte um 9 Liter drin.

Doch auch wenn man im Golf R entspannt cruisen kann - dieses Auto wurde für schnelle Kurven und agile Überholmanöver konstruiert. Die machen trotz der recht langen Schaltwege besonders mit der handgeschalteten Version Spaß und lassen sich selbst im vierten Gang problemlos absolvieren.

Der Turboschub setzt ohne Verzögerung ein, das maximale Drehmoment von 350 Newtonmetern hält der Motor bis 5000 Touren aufrecht. Die Elastizität des Vierzylinders ist beeindruckend: 5,7 Sekunden reichen dem R für den Sprint von 0 auf Tempo 100, mit Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe sind es 5,5 Sekunden (Golf GTI: 6,9 Sekunden; Golf R32: 6,5 Sekunden). Bei 250 Stundenkilometern wird der Vorwärtsdrang elektronisch abgeregelt.

"Beim Golf R mussten wir einen Riesen-Spagat abdecken. Mit diesem Wagen kann man morgens die Kinder zur Schule bringen und nachmittags auf dem Nürburgring seine Runden drehen", sagt Guido Sever, Entwicklungsleiter der R-Modelle. Trotzdem steckt im massentauglichen Wolfsburger ein kleiner Krawallmacher. Der Golf R hat einen kräftig-satten Motorsound, der nicht ganz so rund klingt wie ein Sechszylinder, aber auch nicht so angestrengt wie ein handelsüblicher Turbo-Vierzylinder.

Optisch setzen Details wie schwarze Außenspiegelgehäuse, spezielle Stoßfänger oder schwarze Bremssättel den R von seinen zahmeren Brüdern ab. Eindruck macht der Allrad-Golf von hinten, dafür sorgen die abgedunkelten LED-Rückleuchten und das mittig platzierte Doppelendrohr. Zur Serienausstattung gehören unter anderem Bi-Xenonscheinwerfer mit Kurvenlicht und Reinigungsanlage, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, Dreispeichen-Lederlenkrad mit Multifunktionstasten, Edelstahl-Pedale, höhenverstellbare und beheizte Sportsitze, akustische Einparkhilfe, Klimaautomatik, LED-Tagfahrlicht und CD-Radio.

36.400 Euro kostet der R, fast 10.000 Euro mehr als ein GTI. Beim Viertürer mit DSG klettert der Preis auf 39.040 Euro. Doch wer im Golf Sportlichkeit und Allrad kombinieren will, hat keine Alternative: Den normalen 4x4-Golf gibt es nur mit 140-PS-Dieselmotor.


Quelle: ftd.de
© 2010 pressinform

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Quelle: FMH-Finanzberatung
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