08.01.2010
Mercedes E 350 4matic
Mercedes E 350 4matic
Foto: pressinform

Praxistest

Mercedes E 350 4matic - schwäbischer Gipfelstürmer

Rechtzeitig zum Wintereinbruch statten die Stuttgarter ihre neue E-Klasse mit einem Allradantrieb aus. Die Testfahrt in den österreichischen Alpen soll zeigen, ob damit aus der Limousine ein echter Bergfex wird.

Der nächste Winter hat bereits begonnen und auch bei Regen oder rutschigen Fahrbahnen liegen die Vorteile von 4x4-Vortrieb auf der Hand. Gerade noch rechtzeitig zum Skiurlaub statten die Schwaben nach C- und S-Klasse nun auch die E-Klasse mit einem 4matic-Antrieb aus.

Dessen Kraft verteilt sich nach dem Schema 45:55 auf Vorder- beziehungsweise Hinterachse und liegt anders als bei der Konkurrenz statisch an. Das soll gegenüber der variablen Leistungsverteilung Vorteile bei Fahrverhalten und Kraftstoffverbrauch bringen. Von ersterem kann sich der Fahrer beim Test unmittelbar überzeugen: Von Hochgurgl geht es auf stark verschneiter Passstraße hinauf zum Timmelsjoch.

Für die letzten Höhenmeter hinauf zum 2500 Meter hoch gelegenen Scheitelpunkt zwischen Österreich und Südtirol hätte man vor ein paar Jahren noch schwere Geländewagentechnik benötigt.

Variable Bremskraftverteilung sorgt für Halt am Hang

Doch der E 350 4matic schiebt sich souverän und ohne großes Zucken im Steuer den Pass hinauf. Die Straße ist durch Eis und Schnee rutschig, die Schneewände am Rand mehr als anderthalb Meter hoch. Die 4matic stört das wenig. Wenn bei der Konkurrenz die Kraft der durchrutschenden Reifen variabel zwischen den Achsen verteilt wird, bremsen sich die Räder des Stuttgarter E-Modells einzeln ab und werden so im Zaum gehalten.

Ein paar hundert Meter vor dem Timmelsjoch ist jedoch auf einmal Schluss. Grund ist nicht der überforderte 4x4-Antrieb, sondern die zu geringe Bodenfreiheit. Trotz optionaler Luftfederung sind hier keine Wunder zu erwarten und schließlich müssen GLK, ML oder G aus Stuttgart auch noch ein paar Vorteile gegenüber Limousine und T-Modell haben.

Im tiefen Schnee oder auf vereisten Straßen sollte man zumindest bei Berganfahrt im E 350 auf ESP verzichten. Nur dann rutschen die Reifen leicht durch und ziehen das 4matic-Modell wie auf Schienen den Berg hinauf. Mit eingeschaltetem ESP sind die Bremseingriffe allzu üppig.

Die Lässigkeit, mit der man im 4x4-350er die Berge trotz Schnee und Eis hinauf- und hinunterwieselt, mag schon allein aufgrund des Leergewichts von mehr als 1,8 Tonnen überraschen.

Nachteil des Allradantriebs ist der erhöhte Verbrauch. Im Vergleich zu den normalen E-Modellen schlucken die 4matic-Versionen zwischen 0,2 und 0,5 Liter mehr Sprit auf 100 Kilometern.

Nicht jede Mercedes E-Klasse ist mit 4matic zu bekommen

Der 350er läuft weich und ist drehmomentstark. Weshalb der E 350 4matic im Gegensatz zu seinem heckangetriebenen Bruder jedoch keine Direkteinspritzung hat, bleibt ein Mercedes-Geheimnis. So reduziert sich seine Leistung von 215 kW / 292 PS auf 200 KW / 272 PS und 365 auf 350 Nm. In dieser Liga könnte eine E-Klasse durchaus mehr Leistung vertragen. Dafür läuft das V6-Triebwerk nahezu geräuschlos.

Die Höchstgeschwindigkeit wird bei Tempo 250 abgeregelt. Von 0 auf 100 Stundenkilometer beschleunigt der Wagen in 7,2 Sekunden. Der Durchschnittsverbrauch soll sich bei 9,6 Liter Super pro 100 Kilometer einpendeln.

Nicht jede Mercedes E-Klasse ist mit 4matic zu bekommen. Da die Ingenieure das Verteilergetriebe mit Zentraldifferenzial in die Siebengang-Automatik integriert haben, bleiben Handschalter außen vor. Zumindest die kleineren Vierzylinder sollen ab Mitte 2010 jedoch ebenfalls mit 4x4-Antrieb bestellbar sein.

Wer regelmäßig in der Winterurlaub fährt oder längere Kälteperioden auszuhalten hat, für den ist die Allrad-E-Klasse interessant. Gerade die leistungsstarken Versionen E 350 CDI, E 350 und E 500 bekommen ihre Leistung deutlich besser auf den Boden als mit Heckantrieb allein. Das lässt sich Mercedes beim E 350 mit einem Aufpreis von 1800 Euro (53.728 Euro statt 51.943 Euro) klassenüblich bezahlen.


Quelle: ftd.de
© 2010 pressinform

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Quelle: FMH-Finanzberatung
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