Dass Google darüber nachdenkt, einen flachen Computer mit Touchscreen auf den Markt zu bringen, ist kein Geheimnis. Entsprechende Aussagen sind bereits seit Tagen aus dem Konzern zu hören. So hat der hochrangige Google-Manager Nikesh Arora im Gespräch mit der "Wirtschaftswoche" einen Markteinstieg des Internetkonzerns bei Tablets in der vergangenen Woche nicht ausgeschlossen.
Doch vielleicht sind die Pläne für ein neues Gerät des Suchmaschinenkonzerns schon weiter vorangeschritten, als zuvor allgemein vermutet worden war. Denn im Web kursieren Fotos und Videos, die zeigen, wie die Handhabung eines neuen Google-Tablets aussehen könnte. Abgebildet sind zwar nur Animationen, keine Schnappschüsse von echten Geräten. Interessant ist aber der Ort, wo dieses Bildmaterial aufgetaucht ist: auf der Entwickler-Website zu Googles Chromium-Software.
Auf diesem Open-Source-Software-Projekt basieren sowohl Googles Browser Chrome als auch das gleichnamige Betriebssystem. Dass Bilder vom neuen Tablet ausgerechnet dort auftauchen, gibt den Plänen für einen Gegenschlag zu Apples iPad zumindest einen halboffiziellen Charakter, meinen Branchenbeobachter.
Es wäre bereits das zweite Mal, dass sich Google in den Hardware-Markt vorwagt. Erster Schritt war von wenigen Wochen das Handy Nexus One, das der taiwanesische Hersteller HTC für Google produziert. Auch ein neuer Tablet-Computer des Suchmaschinenkonzerns dürfte bei HTC gebaut werden, heißt es gerüchteweise im Web.
Google ist daran interessiert, dass möglichst viele Menschen mobile Endgeräte nutzen, auf denen Anwendungen des Online-Konzerns laufen. Das Unternehmen erwirtschaftet den größten Teil seines Umsatzes und Gewinns mit seiner Suchmaschine, also mit Werbung in der Umgebung von Suchergebnissen. Google beherrscht Schätzungen zufolge 80 Prozent des Marktes für weltweite Suchanfragen und wies in seinen jüngsten Quartalszahlen einen Umsatzanstieg um 17 Prozent auf 6,67 Milliarden Dollar aus. Der Gewinn lag bei 1,97 Milliarden Dollar.
Jobs verschärft den Ton
Aber nicht nur bei Endgeräten könnte Google zum Schlag gegen
Apple ausholen. Das Unternehmen soll derzeit einen neuen Online-Store entwickeln, über den das Unternehmen insbesondere Business-Software von Geschäftspartnern verkaufen will. Dies meldeten mehrere amerikanische Zeitungen.
Der Shop soll mit Software von externen Entwicklern bestückt werden, heißt es. Dies wäre auch ein Angriff auf Microsoft, da es um Programme wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder webbasierte E-Mail geht.
Dass der Ton auch zwischen Google und Apple rauer wird zeigt auch die kolportierte Aussage von Apple-Chef Steve Jobs, Googles Mantra "Don't be Evil" sei "Bullshit". Das Internetmagazin "Wired" zitiert Teilnehmer eines Treffens zwischen Jobs und Apple-Angestellten dementsprechend. Ob das Wort "Bullshit" so gefallen ist, oder ob Jobs von einer "Haufen Mist" geredet hat, wie ein anderer Teilnehmer, der ebenfalls anonym bleiben wollte, sagte, ist unklar.
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