1,13 Millionen Touran hat Volkswagen seit 2003 verkauft. Dabei hat der Wolfsburger eigentlich nichts Besonderes anzubieten: keine Schiebetüren, keine versenkbaren Fondsitze, kein außergewöhnliches Design. Doch der Wagen ist innen wie außen grundsolide, hat sparsame Motoren und vor allem ein üppiges, optimal nutzbares Raumangebot.
Beim neuen Touran sind alle Blechteile neu, Front und Heck wurden dem aktuellen Familiengesicht angepasst. Die Länge ist mit 4,4 Metern nahezu gleich geblieben, das Kofferraumvolumen (695 bis maximal 1989 Liter) ist ebenfalls unverändert. Die Rücksitze lassen sich mit ein paar Handgriffen umklappen oder ganz ausbauen sowie um 25 Zentimeter in Längsrichtung verschieben.
Im Boden versenkbare Sitze wie beim Opel Zafira findet man im Touran nur bei der optionalen dritten Sitzreihe (705 Euro). Im Kofferraum sind mehr Flächen mit Stoff ausgekleidet, damit die Seiten nicht mehr so schnell zerkratzen - ein Manko des Vorgängers. Im Cockpit finden sich die vom Golf VI bekannten Bedienelemente.
Unter der Haube ersetzt der 1.2 TSI (105 PS, Durchschnittsverbrauch 5,9 Liter pro 100 Kilometer) den alten 1.6 (102 PS, Durchschnittsverbrauch 8,1 Liter) als Basismotor. Die Modelle 1.4 TSI mit 140 oder 170 PS bleiben im Programm, dafür fällt der 1,9-Liter-Dieselmotor weg. Stattdessen kommt der 1.6 TDI mit 90 oder 105 PS. Der stärkste Diesel ist der 2.0 TDI mit 140 oder 170 PS und Commonrail-Technik. 80 Prozent aller Touran-Käufer wählen ohnehin einen Diesel.
Kein Van ist sparsamer
Mit BlueMotion-Paket an Bord verbraucht der 1.6 TDI (77 kW/105 PS) laut Werksangabe im Schnitt nur 4,6 Liter pro 100 Kilometer - kein anderer Van mit sieben Sitzen ist sparsamer. Der Motor entwickelt ein maximales Drehmoment von 250 Newtonmetern ab 1500 Touren, ist nach einem kleinen Turboloch ausgesprochen drehfreudig und wirkt auch unter hoher Last nicht allzu brummig oder angestrengt. Den Spurt von 0 auf Tempo 100 erledigt der Wagen in noch akzeptablen 12,8 Sekunden, die Elastizität beim Überholen ist zumindest ausreichend.
Ein großer Vorteil im Vergleich zu den BlueMotion-Varianten des Golf ist das serienmäßige Sechsganggetriebe. Der quälend lang übersetzte fünfte Gang fällt damit weg, die feinere Getriebeabstufung macht den Van subjektiv spritziger als zum Beispiel den Golf Variant mit gleichem Antriebspaket. Der Touran lässt sich gerade auf der Autobahn sehr kommod und schaltfaul fahren.
Teil des BlueMotion-Pakets ist die Start-Stopp-Automatik, die nicht zu empfindlich arbeitet und mit dem Abstellen wartet, bis das Auto auch wirklich zum Stillstand gekommen ist. Der Touran 1.6 TDI Trendline mit BlueMotion-Paket kostet 24.950 Euro.




















