Links am Rande der Bühne stehen sie aufgereiht: kleine Netbooks von
Asus und
Acer, das bislang ultradünnste Notebook von
Dell, leistungsstarke Laptops für Fans von Online-Spielen und so genannte All-in-one-PCs, darunter auch ein Touchscreen-Computer des deutschen Elektronikhändlers
Medion. Was fehlt, sind Tablet-PCs.
Kurz bevor Steve Ballmer seine Eröffnungsrede auf der weltgrößten Unterhaltungselektronikmesse Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas beendet, versucht er,
Apple-Chef Steve Jobs zu imitieren.
Der ist bekannt dafür, dass er sich das Beste zum Schluss aufbewahrt. Der Chef des größten Softwareherstellers der Welt präsentiert jedoch nicht das eine mit Spannung erwartete Produkt - er zeigt lediglich drei Tablet-PCs von verschiedenen Herstellern. Prototypen. Der große Knall bleibt aus.
Spekulationen über Apple-Tablet
Vor Ballmers zweitem großen Auftritt auf der CES hatten sich die Spekulationen überschlagen, ob der
Microsoft-Chef einen marktfähigen Multimedia-Tablet-Rechner präsentiert und so Apple die Schau stiehlt. Der US-Konzern stellt angeblich Ende Januar ein entsprechendes Produkt vor. Analysten prognostizieren sogar schon Absatzzahlen - für ein Gerät, das noch niemand kennt, zu dem Apple wie üblich offiziell nichts verlauten lässt und noch nicht einmal die Existenz bestätigen will.
Konkurrenz von Seiten Microsofts muss der Konzern aus Cupertino jedenfalls nicht fürchten. In der Spielermetropole Nevadas offenbart sich kein Killerprodukt. Ballmer zeigt drei dünne Rechner von Archos und Pegatron sowie dem weltgrößten Computerhersteller
Hewlett-Packard (HP).
Das HP-Gerät integriert die Software von
Amazons Kindle und kann somit auch als Lesegerät für E-Books dienen, demonstriert der Microsoft-Chef. Weitere Funktionen und Details nennt er nicht. Zu sehen sind lediglich flache Bildschirme mit berührungsempfindlichem Display ohne physische Tastatur. Das flache HP-Gerät werde später in diesem Jahr erhältlich sein, kündigt Ballmer an - ohne konkreter zu werden. Die Produkte wirken wie zufällig eingebettet in die PC-Evolution vergangener Jahrzehnte, über die Ballmer zuvor referiert hat.
Tablet-Rechner haben diesen Werdegang begleitet, ohne selbst je ans Tageslicht zu kommen. Ballmers Vorgänger und Microsoft-Mitgründer Bill Gates hatte bereits 2001 Prototypen in Tablett-Form präsentiert und prophezeit, dass solche Geräte innerhalb von fünf Jahren die bestimmende PC-Kategorie werde. Er irrte sich: Die Bedienung mit einem Eingabestift war den meisten PC-Nutzern zuwider. Auch hohe Verkaufspreise und klobige Designs schreckten ab. Tablet-PCs floppten kolossal.










