HBCI-fähige Finanzsoftware für Handy/Smartphone/Communicator:
http://outbank.de (Nokia/Symbian)
http://subsembly.com (Windows Mobile)
Um Internetcafés macht Christian Fitz einen Bogen, wenn er auf seinen Reisen durch Deutschland, Frankreich oder Italien seine Finanzen kontrolliert. „Niemand weiß, wie zuverlässig die Onlineverbindung dort ist und ob nicht Viren auf den Rechnern lauern, um mir Pins und Tans zu stehlen“, sagt der Wirtschaftsingenieur. Deshalb greift Fitz fürs elektronische Banking zum Handy. Regelmäßig ruft der leitende Projektmanager eines E-Mail- Providers den Saldo seines Girokontos ab und veranlasst Überweisungen. „Das ist bequem und ich habe immer einen sicheren Zugang.“
In puncto Sicherheit schlägt das mobile Geldgeschäft sogar die Transaktion am heimischen Rechner. „Handybanking ist für Hacker und Datendiebe noch unbekanntes Terrain“, sagt Rajnish Tiwari, Experte für Mobilebanking an der Technischen Universität Hamburg-Harburg. „Denn hier ist die Software kaum standardisiert, sondern variiert von Modell zu Modell.“ Wer einen Pauschaltarif für die mobile Datenübertragung bucht, behält auch die Netzkosten im Griff. Bei T-Mobile und Vodafone kosten 30 Megabyte pro Monat zum Beispiel knapp zehn Euro.
Trotz der unbestreitbaren Vorteile: Postbank und Commerzbank-Tochter Comdirect sind die einzigen Institute in Deutschland, die dieses Thema bisher mit Nachdruck verfolgten. Glücklicherweise sind potenzielle Handybanker auf die Mitwirkung ihres Instituts aber meist gar nicht angewiesen. Via Finanzsoftware lässt sich auf Konten bei 90 Prozent aller deutschen Banken zugreifen. In anderen Ländern sind sowohl Banken als auch Kunden den Deutschen voraus. Und zwar nicht nur im technikverrückten Südkorea, sondern auch bei unserem westlichen Nachbarn. In Frankreich ist die Zahl der Nutzer rasant gewachsen. So verdoppelte sich allein die Zahl der Anwender bei der Bank Société Générale innerhalb eines Jahres auf 1,5 Millionen. In Deutschland hingegen nutzen etwa bei der Postbank nur 130000 Kunden den mobilen Zugang, das sind gerade fünf Prozent der Onlinebanking-Kunden. Immerhin könnte sich jeder Dritte der 31- bis 40-Jährigen einen Wechsel zu einem anderen Institut vorstellen, falls die bisherige Bank keine mobilen Dienste offeriert, so das Ergebnis einer Umfrage der TU Hamburg-Harburg. Ähnliche Tendenzen verspürt Comdirect. Seit die Direktbank im Juli ihr völlig überarbeitetes Angebot startete, landeten nach nur drei Monaten 30 Prozent mehr Klicks auf den Mobilebanking-Seiten.
Die bislang kostenlose Möglichkeit, per Handy den Kontostand abzurufen, würden 45 Prozent der Befragten sogar zusätzlich honorieren. „Vor allem zahlungskräftige Berufstätige fragen diese Dienstleistung nach“, berichtet Tiwari, der die Studie durchführte.
Die Trendsetter Comdirect und Postbank machen den neuen Service durch Einsatz neuester Technik zusätzlich attraktiv. Ihr mobiler Zugang unterscheidet sich kaum noch von dem via PC: Die Seiten sehen ähnlich aus wie beim normalen Onlinebanking und bieten fast dieselben Leistungen. Dazu zählen etwa die Anzeige des Kontostands, der letzten Transaktionen und die Möglichkeit zur Überweisung. Sogar Wertpapiere lassen sich an Börsen im In- und Ausland kaufen und verkaufen – Depotübersicht, Kurssuche und Top-Flop-Listen inklusive.
Nur für komplexe Vorgänge wie Kontoeröffnung, Chartvergleiche mehrerer Wertpapiere oder Auslandsüberweisungen sind die Kunden weiterhin auf ihren Rechner angewiesen. Überzeugte Handybanker wie Christian Fitz nehmen diese Einschränkung gerne in Kauf.
Finanzverwaltung via Funk
Je nach Bank und Mobilfunkgerät kann der Kunde auf unterschiedlichen Wegen auf Konto und Depot zugreifen.
Wap-Banking. Langsam, teuer und unkomfortabel: Vor sieben Jahren lieferte Wap die Brücke zwischen Handy und Internet – und hat das mobile Surfen in Verruf gebracht. Immer mehr Banken verabschieden sich davon.
Mobiles Internet. Der aktuell komfortabelste Weg zum mobilen Konto läuft über den Webbrowser im Handy oder PDA. Die Darstellung passt sich automatisch der Größe des Displays an. Selbst der Onlinehandel von Wertpapieren ist möglich; Kursverläufe können grafisch dargestellt werden. Anbieter sind zurzeit Postbank und Comdirect.
Finanzsoftware. Will der Kunde einer Bank treu bleiben, die mobiles Banking nicht anbietet, kann er sich den Zugang auch auf andere Weise beschaffen – über ein Programm, das auf dem Handy installiert wird. Die führende Software Starmoney Mobile kostet einmalig je nach Endgerät zwischen acht und 33 Euro; sie funktioniert auf 70 Handymodellen und 150 PDAs.
Mit dem Programm lassen sich mehrere Girokonten verwalten.
Weitere Informationen zur Studie:
Die vollständige Studie erscheint in Kürze in Buchform, verfügbar voraussichtlich ab Mitte Dezember: „The Mobile Commerce Prospects: A Strategic Analysis of Opportunities in
the Banking Sector“ von Rajnish Tiwari und Stephan Buse, Verlag: Hamburg University Press, ISBN: 3-937816-31-3
Teilergebnisse finden sich im Internet unter:
www.mobile-prospects.de/banking/
Weiteres Links:
www.postbank.de/mobileservices
https://mobile.postbank.de
www.comdirect.de/mobile
https://mobile.comdirect.de
www.sevenval.com/mBanking
www.starmoney.de
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